Zeitungsberichte 2005 bis 2014

weitere Berichte siehe Zeitungsberichte ab 2015



Augsburger Allgemeine 17.10.2005
Unfallbus als Glücksfall für Unglücksübung
Landkreis-Feuerwehren proben auf ehemaligen Bundeswehrgelände in Langweid Unfall mit vielen Verletzten

Verletzte werden mit einer Trage vorsichtig aus dem Unglücksbus gehievt - eine Szene aus der gemeinsamen Übung mehrerer Landkreis-Feuerwehren in Langweid, bei der auch die FF Batzenhofen mitwirkte. Langweid
Mein Fuß, mein Fuß!" "Hilfe, Mama, wo bist du?" Verzweifelt schreit der kleine Patrick nach seiner Mutter. Um ihn herum wimmern, weinen, kreischen andere verletzte Personen, liegen regungslos und eingeklemmt zwischen den Sitzen eines verunglückten Linienbusses in Langweid-Foret. Zum Glück sind sofort Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehr Gersthofen anwesend. Wehrmänner bringen die ersten Passagiere in vorläufige Rettungslager. Dort werden sie verarztet - und haben damit ihre Arbeit erfüllt. Denn es handelte sich nur um eine Einsatzübung.

Beim ehemaligen Treibstofflager der Bundeswehr in Langweid-Foret probten am Samstagnachmittag die Feuerwehren Gersthofen, Gablingen, Langweid, Batzenhofen sowie das Technische Hilfswerk (THW) Schwabmünchen und Rettungseinheiten aus dem nördlichen Landkreis das Zusammenspiel. Ein so genannter MANV (Massenanfall Verletzter) wurde nachgestellt, Lastwagen und Busgefährt dabei in realistische Unfallposition gebracht. Das imagineäre Szenario sah folgendermaßen aus: Spurrinnen in der Straße brachten den Unglücksbus an einer Kreuzung ins Schlingern, dabei stieß er mit einem kreuzenden Lastwagen zusammen.
220 Helfer im Einsatz
"Dieser Bus verunglückte in Österreich tatsächlich einmal schwer", erklärt Organisator Wolfgang Baumeister, der Kommandant der Gersthofer Wehr. "Wir sind froh, dass wir ihn bekommen haben, sonst hätte diese Großübung nicht stattfinden können." Etwa 220 Helferinnen und Helfer beteiligten sich am Übungseinsatz. "Da bedarf es großer Koordination", sagt Kreisbrandrat Georg Anzenhofer, der die Übung als Beobachter verfolgte.
Realitätsnah treffen kurz nach der Alarmierung schon fünf Einsatzwägen der Feuerwehr Gersthofen ein. Nach und nach kommen auch die weiteren Feuerwehren, Sanitäter und Hilfsdienste. Drei der großen roten Autos haben technische Hilfsmittel mit an Bord, zwei weitere dienen - falls notwendig - zur Brandbekämpfung. Baumeister gibt die Abläufe der Feuerwehren vor: "Zunächst müssen alle Passagiere aus dem Bus und in Sicherheit gebracht werden." Dies bestätigt auch Klaus Strohmaier von der Polizei Gersthofen. Er verfolgt mit seinem Kollegen Hammer diesen Einsatz. "Erst wenn alle Businsassen in Sicherheit sind, können wir langsam die Ermittlungen aufnehmen." Wehrmann Stefan Vogt legt beim Herrichten der Hydraulikschneidegeräte Hand an. "Damit können wir Blech aufschneiden." Andere seiner Kollegen schlagen währenddessen Fensterscheiben des Wracks ein, steigen in den Bus und kümmern sich um die Passagiere. Notärzte kommen hinzu, stellen fest, wer am nötigsten Soforthilfe braucht.
Sonja Weber hat es mit einem Schädel- Hirntrauma sehr schwer erwischt. Sie wird auf einer Trage vorsichtig aus dem Fahrzeug gehievt und von Rettungsleuten in ein nahe aufgestelltes Versorgungszelt gebracht. "Die Patienten werden in fünf Kategorien eingeteilt", so der Leiter der Schnelleinsatzgruppe (SEG). Anton Bücherle. "Diejenigen der ersten Kategorie müssen sofort in Krankenhäuser geliefert werden." Den Busfahrer - eine Puppe - hat es ebenfalls erwischt. An ihm proben Sanitäter und Malteser-Hilfskräfte Narkose und Infusionsübungen.
Busunglücke relativ häufig
Acht Schwerverletzte, sechs Mittelschwerverletzte, neun Leichtverletzte und zwei vermisste Personen sind die Bilanz des Unfalls. "Das Zusammenspiel bei der Erstversorgung, Betreuung und die Weiterbehandlung bis zum Abtransport von Patienten hat sehr gut geklappt", zeigte sich Baumeister schließlich zufrieden. Am 4. März gab es bei einem Busunglück in Hannover 31 Verletzte, am 24. Juni bei einem ähnlichen Unfall auf der A8 bei Zusmarshausen 22 Opfer. "Leider kommen Unfälle solcher Klasse nicht selten vor", weiß Baumeister. Deswegen sei er glücklich, so etwas üben zu können. Aus diesem Grund machen die Helfer nach der Bergung der Passagiere fleißig weiter. So wurde ein Plasmaschneider getestet, der mit Strom und Luft funktioniert und relativ schnell Blech schneidet, erklärt ein THW-Helfer. Die technischen Möglichkeiten der Feuerwehren zu testen - dies sei eine wunderbare Übung, bekräftigt Anzenhofer. Denn daran könne gesehen werden, wie schwierig es etwa bei ICE-Unglücken sein würde, das Blech aufzuschneiden.



Augsburger Allgemeine 16.11.2005
 Feuerwehren präsentieren sich im Landratsamt
Bild: Marcus Merk Zum dritten Mal zeigt sich die Feuerwehr des Augsburger Landes im Rahmen einer Ausstellung unter dem Motto "Jugend und Technik in der Feuerwehr" im Landratsamt. Im Bild erklären links Kreisjugendwart Rainer Kuchenbaur und Kreisbrandrat Georg Anzenhofer (rechts) Vize-Landrat Fritz Hölzl die Funktionsweise einer Hochwasserschutzpumpe, die bis zu 2100 Liter Wasser pro Minute aus einem Keller pumpen kann. In der Ausstellung - geöffnet bis Freitag zu den Bürozeiten - wird über die 132 Feuerwehren im Kreis sowie deren Einsatz- und Ausbildungs-, aber auch Freizeitaktivitäten informiert.


Augsburger Allgemeine 09.12.2005
Einsatzfreudige Feuerwehrler und erstmals auch drei Firmen geehrt
Stellvertretender Landrat Fritz Hölzl (vorne links) zeichnete jetzt (d.h. am 14.11.05 Anm. d. Verf.) Persönlichkeiten und drei Firmen aus dem Landkreis Augsburg aus, die sich um das Lösch- und Rettungswesen verdient machten. Mit dabei war auch Kreisbrandrat Georg Anzenhofer (vorne rechts). Landkreis Augsburg(AL).
Zahlreiche Persönlichkeiten und erstmals auch drei Firmen aus dem Landkreis, die sich um das Lösch- und Rettungswesen verdient gemacht haben, konnte stellvertretender Landrat Fritz Hölzl mit dem Silbernen Ehrenkreuz am Bande oder der Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes auszeichnen. Hölzl hob das selbstlose und ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute hervor und nutzte die Gelegenheit, ihnen für ihren Einsatz ein herzliches Dankeschön zu sagen. "Ich bin mir sicher, dass gerade auch das Gemeinschaftsgefühl für das Zusammenstehen in Not- und Gefahrensituationen maßgeblich ist." Auch Kreisbrandrat Georg Anzenhofer zeigte sich froh darüber, dass der Landkreis ein so hervorragendes und reibungsloses Feuerwehrwesen besitzt. Mit dem Silbernen Ehrenkreuz am Bande für aktive Feuerwehrkameraden wurden Siegfried Blässing (Werksfeuerwehr Ciba-Pfersee Langweid), Michael Bley, Johann Schlecht und Helmut Stromereder (alle Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn), Xaver Bröll, Hubert Wiedemann und Karl Kraus (Döpshofen), Martin Edin (Steppach), Engelhard Titz (Mittelstetten), Karl Fischer und Wilhelm Stegmann (Wehringen), Hans-Jürgen Gewitsch (Horgauergreut), Rudolf Höck und Walter Potsch (Ettelried), Xaver Knie (Schwabmühlhausen), Franz Köhler (Batzenhofen), Konrad Dietrich (Zusamzell), Erich und Hermann Kraus (Reutern), Ernst Maier und Gottlieb Maurus (Grimoldsried), Herold Meining (Flugplatz-Feuerwehr Lechfeld), Friedrich Mielach, Josef Steiner und Günter Nettel (Gersthofen), Erich Mögele (Bobingen), Josef Ost (Täfertingen), Adolf Ramminger und Oswald Steger (Münster), Matthäus Schaflitzel (Oberottmarshausen), Josef Schedler und Peter Schedler-Mergel (Schwabegg), Josef Schmid (Leitershofen), Walter Steinle (Horgau), Claus Wanner (Westheim) und Otto Zerle (Straßberg) ausgezeichnet.
Ehrennadel auch für Pfarrer
Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes erhielten Pfarrer Karl Freihalter (Neusäß), stellvertretender Landrat Fritz Hölzl, Bürgermeisterin Henriette Kirst-Kopp (Westendorf), Konrad Buchner aus Siegertshofen und Wolfgang Wewior aus Schwabmünchen. Zum ersten Mal wurden drei Firmen ausgezeichnet, die sich als Partner der Feuerwehren besondere Verdienste erworben haben. Von der Firma Eberle Federnfabrik aus Schwabmünchen haben die Geschäftsführer Herbert Fix und Niels Weide die Ehrung entgegengenommen. Außerdem wurden die Andreas Schmid Logistik AG aus Gersthofen, von der Alfred Kolb, Vorsitzender des Aufsichtsrates, anwesend war, und die Heinrich Karosserie GmbH aus Bobingen, vertreten durch den Geschäftsführer Peter Heinrich, ausgezeichnet. Diese Unternehmen zeichnen sich durch großes Verständnis für die Arbeit der Feuerwehr aus und stellen ihre Mitarbeiter bei Einsätzen frei. "Dies ist heute , keine Selbstverständlichkeit mehr und sucht nach Bespielen", lobte Hölzl



Augsburger Allgemeine 12.01.2006
Beim Notruf lässt man sich Zeit
Keine Einigung bei Leitstelle für die 112-Nummer
Der Rettungszweckverband tagte gestern (11.01.06) in Sachen Notruf, und heraus kam wieder einmal: wenig bis nichts. Bayernweit soll nämlich die 112 als Notfallnummer eingeführt werden - egal ob es um ein Feuer oder einen Herzinfarkt geht. Eigentlich sinnvoll, weil Einsätze zentral gesteuert werden und die Alarmierung einfacher wird, doch in Augsburg stellt sich das Ganze komplizierter dar. Thema gestern war die Prüfung des Angebots der Feuerwehr.
Wie berichtet, ist geplant, die neue Rettungsleitstelle, bei der alle Notrufe aus der Region unter 112 eingehen, bei der Berufsfeuerwehr anzusiedeln. Dafür müsste die dortige Leitstelle ausgebaut werden. Koordiniert werden von der Leitstelle aus Einsätze in Augsburg und dem weiteren Umland. Die Feuerwehr wurde vor etwa einem halben Jahr aufgefordert, konkurrenzlos ein Angebot vorzulegen. Rechtlich ist es möglich, dass der Zweckverband den Betrieb der Leitstelle einem Verbandsmitglied (also etwa der Stadt und somit der Feuerwehr) überträgt. Erlaubt sind aber auch Dritte. Das Rote Kreuz (BRK), das seit 25 Jahren eine eigene Notrufzentrale in Augsburg betreibt, fühlte sich übergangen und forderte vergeblich eine Ausschreibung. Gestern tagte der Zweckverband hinter verschlossenen Türen im Rathaus. Konkret ging es um das Angebot der Berufsfeuerwehr für die Integrierte Leitstelle, das auch von einem Gutachter überprüft wurde. Einzelheiten des Angebots sind Verschluß-Sache. Nach AZ-Informationen hat nun aber auch die Landesgeschäftsstelle, des Roten Kreuzes ungefragt ein Angebot abgegeben.
Entscheidung vertagt
Nach mehr als zweistündiger Sitzung gab es keinen Beschluss. Fest stand lediglich, die Entscheidung nochmal zu vertagen. "Die einzelnen Mitglieder haben noch Beratungsbedarf", erklärte Oberbürgermeister Paul Wengert, derzeit Vorsitzender des Zweckverbands, nach der Sitzung schmallippig, Anfang April soll es eine neue Beratungsrunde geben. Der Antrag von Kreisrat Roland Fuchs (Aichach-Friedberg), der auch BRK-Vorsitzender in seinem Landkreis ist, die Beratung öffentlich zu führen, wurde abgelehnt. Fuchs verließ die Sitzung auf eigenen Wunsch vorzeitig, weil die Frage der Befangenheit im Raum stand



Augsburger Allgemeine 07.03.2006
Tennishalle geht die Luft aus
Tragluftkonstruktion in Neusäß zusammengesackt - TSV Gersthofen sperrt Turnhalle
Eis und Schnee haben die Tennishalle des TC Neusäß zusammensacken lassen. Zum Glück befand sich beim Einsturz kein Spieler in der Traglufthalle. Als Vorsichtsmaßnahme wurde gestern das Training in der Turnhalle des TSV Gersthofen eingestellt. Und am Abend kamen - angesichts der prophezeiten weiteren Schneefälle - die nächsten "Schaufel-Aufrufe": Rund 50 Feuerwehrleute räumten in Gersthofen die Schneemassen vom Dach der neuen Lagerhalle beim Anhänger-Hersteller Humbaur. Und beim Titania-Bad in Neusäß war auch das Technische Hilfswerk im Einsatz.
"Eigentlich hätte das gar nicht passieren dürfen", sagt Stefan Butz, Vorsitzender des TC Neusäß. Eine Traglufthalle sei nämlich so konstruiert, dass der Schnee abrutscht. Aber der Wettermix aus Schnee, Regen, Eis und wieder Schnee habe dem "Luftballon" den Rest gegeben. Die Außenhaut sank herunter, die Isolierung wurde beschädigt. Seit 1996 können die Tenniscracks auf vier Sandplätzen in der Halle spielen. Bei schlechter Wetterprognose werde der Luftdruck erhöht, damit die Konstruktion stabiler wird. "Das haben wir auch diesmal gemacht, aber es war umsonst", sagt Butz frustriert.
Sein Problem: Der TC hat die Plätze regelmäßig variate, die Abonnenten haben ein Anrecht auf einen Hallenplatz. Butz steht nun vor der Frage, ob er Geld zurückzahlen muss, denn die Hallensaison läuft noch bis 1. Mai. Auch die Frage, ob die Versicherungen für Schäden aufkommen, sei ungeklärt. Ebenso die Zukunft. "Wir brauchen nun Statiker, die entscheiden, ob der Wiederaufbau funktioniert oder nicht." Klarheit werde es erst geben, wenn der Schnee geschmolzen ist. Damit es gar nicht soweit kommt, hat der TSV Gersthofen gestern beschlossen, die Turnhalle an der Sportallee vorsorglich dichtzumachen. Auch wenn die Schneemassen auf dem Dach gar nicht so imposant ausschauen. Nach dem Motto "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste", so Vizepräsident Toni Schur, wird das Training der Turnabteilung nun ausfallen, bis die Dachlast auf der 1958 gebauten Halle verschwunden ist.
Nach dem gleichen Motto handelten gestern Abend auch die Verantwortlichen bei Humbaur: Nachdem Dachträger offenbar begannen nachzugeben, wurde die Feuerwehr zum Einsatz gerufen. Als Vorsichtsmaßnahme wurde auch das Dach des Titania vom schweren Schnee befreit. Auch auf den Dächern des städtischen Bauhofs und des Einkaufszentrums "Kaufland" war Schneeschaufeln für die Mitglieder der Neusässer Feuerwehren angesagt. Unterstützt wurden sie vom Technischen Hilfswerk.
Im übrigen hat sich am Tag 2 nach dem Schneechaos die Lage langsam wieder normalisiert. Die AVV-Busse im Landkreis sind wieder unterwegs, die Staudenbahn fährt. "Wir haben mit unserer Lokomotive mit Schneepflug sogar die Strecke der Bahn geräumt", berichtet Geschäftsführer Hubert Teichmann. Probleme gebe es noch mit einigen Weichen im Bahnhof Gessertshausen.
Hotel war überfüllt
Wieder regulär läuft der Betrieb in den Hotels entlang der Autobahn, nachdem am Samstag "die Hölle los war", wie Berta Hafner, Seniorchefin vom Hotel Krone in Zusmarshausen, berichtet. 150 Personen hat sie beherbergt, zum Teil hätten die Menschen auf Notbetten geschlafen. "So was habe ich noch nicht erlebt", sagt die Chefin eines Hauses, das seit Jahren besonders bei durchreisenden Niederländern beliebt ist. Die Autofahrer hatten genug vom Stau auf der verschneiten Autobahn - und hatten kurzerhand ein Nachtquartier angesteuert.



Augsburger Allgemeine 18.03.2006
592 Feuerwehr-Einsätze in vier Wochen
Wetterkapriolen haben die Rettungsdienste enorm auf Trab gehalten - Sandsacklager gefordert
Die Wetterkapriolen der vergangenen Wochen haben den Feuerwehren in Stadt und Region eine ungewöhnliche Bilanz beschert. Allein vom 15. Februar bis 12. März waren die Retter insgesamt 592-mal im Einsatz, vom Wasser pumpen über Menschenrettungen bis hin zum Schnee schaufeln. "Die letzten Wochen waren sehr anstrengend für uns, sie haben uns aber nicht überfordert", lautete das Fazit von Feuerwehrchef Frank Habermaier. Trotzdem gebe es durchaus noch Verbesserungsbedarf.
Erst die Eiseskälte. Dann starkes Tauwetter. Plötzlich wieder Schneefälle, so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr in der Region. Und wieder Tauwetter mit starken Überschwemmungen. Was schon den "normalen" Menschen schwer zu schaffen machte, war für die Feuerwehren eine ganz besondere Belastung. Ob es darum ging, gefährliche Eiszapfen zu entfernen, Dächer von Schneemassen zu befreien, Keller und Unterführungen auszupumpen, sturzgefährdete Bäume zu beseitigen - als erster vor Ort waren in der Regel Berufs- und Freiwillige Feuerwehr. "Dazu kam das Tagesgeschäft wie Brände und Verkehrsunfälle", so Habermaier. Und, nicht zu vergessen, auch die Vogelgrippe hielt die Wehren in Atem. Dutzendweise waren tote Tiere einzusammeln und zur Untersuchung zu bringen.
"Vor allem die Tatsache, dass sehr viele Einsätze zur gleichen Zeit passierten, brachte die Feuerwehren oft an den Rand der Leistungsfähigkeit", räumte der Chef des Amts für Brand- und Katastrophenschutz gestern ein. Gleichzeitig habe sich aber gezeigt, dass das System funktioniert. "Während die Berufsfeuerwehr die Grundabdeckung übernehmen kann, schnell vor Ort ist und über Spezialisten verfügt, können die Freiwilligen Feuerwehren durch ihr Personal punkten." Gerade die langdauernden Einsätze wären ohne die ehrenamtlichen Helfer "nicht möglich gewesen".
Nachdem sich das Wetter beruhigt hat, sind für die Feuerwehren jetzt erst einmal Aufräumarbeiten angesagt. Genauer: Schlauchwäsche. Allein bei den tagelangen Pumparbeiten in Inningen wurden laut Habermaier sechs Kilometer Leitungen verbraucht. "Unsere Lager sind leer." Auf der Hauptfeuerwache und bei den Wehren in Haunstetten, Göggingen und Inningen muss deshalb geputzt werden.
Probleme, die nicht sein müssten
Die Ausnahmesituation der vergangenen vier Wochen habe gezeigt, dass die Ausrüstung der Feuerwehren in der Stadt "angemessen" sei, so Habermaier. Allerdings sehe er in einigen Punkten Verbesserungsbedarf. "Es hat sich gezeigt, dass durch das immer noch fehlende zentrale Sandsacklager Schwierigkeiten entstehen, die nicht sein müßten," Wie berichtet, gäbe es zwar ein städtisches Gebäude, das in Frage käme. Allerdings würden die nötigen Umbauarbeiten möglicherweise rund 150 000 Euro kosten. Außerdem fehlt der Feuerwehr laut ihrem Chef noch immer ein - seit drei Jahren beantragtes - Transportfahrzeug, etwa für die Sandsäcke. Und auch eine Hochleistungspumpe müsse wohl angeschafft werden. "Sie ist dringend notwendig."

ZAHLEN UND FAKTEN
In den vergangenen vier Wochen mussten die Feuerwehren in Stadt und Region ungewöhnlich oft, nämlich 592-mal, an die Arbeit. Grund waren vor allem die Wetterkapriolen. Aber nicht nur: ♦ In 493 Fällen rückten die Retter zu technischen Hilfeleistungen aus, vom Verkehrsunfall mit eingeklemmten Insassen bis hin zum Auspumpen von Kellern oder Schnee schippen auf Dächern. Auch das Entsorgen oder Sichern von toten Tieren wegen Vogelgrippe-Verdacht gehörte dazu. ♦ Die Feuerwehren wurden zu 52 Bränden gerufen, zweimal mussten dabei auch Menschen gerettet werden. ♦ 47 Mal rückten die First Responder zu medizinischen Einsätzen aus. ♦ In 74 Fällen fuhren die Feuerwehren umsonst an - wegen Fehlalarmen.
Augsburger Allgemeine 30.03.2006
Einstimmiges Ja zur Leitstelle und zur 112
Landkreis Augsburg. Hilfe suchende Bürger aus dem Landkreis Augsburg müssen sich wohl schon ab dem Jahr 2008 nur noch eine Nummer merken: die 112. Dann sollen Feuerwehren und Rettungsdienste in der Region einheitlich unter dieser Notrufnummer erreichbar sein. Darauf haben sich Stadt und Landkreis Augsburg sowie die Kreise Dillingen und Donau-Ries verständigt. Die integrierte Leitstelle soll in Augsburg unter dem Dach der dortigen Berufsfeuerwehr eingerichtet werden. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit dem Roten Kreuz, das ebenfalls bei der Leitstelle mitmachen wollte. Höhepunkt der Auseinandersetzungen war, als Augsburgs OB Wengert dem BRK-Kreisvorsitzenden und Vize-Landrat Strehle die Teilnahme an den Verbandssitzungen untersagt hatte.

Augsburger Allgemeine 30.03.2006
Jetzt kommt Hilfe immer über Notruf 112
Neue Leitstelle auf dem Dach der Feuerwehr
Eineinhalb Jahre wurde heftigst gestritten. Aber gestern herrschte endlich eitel Sonnenschein im Rathaus. Denn der Beschluss file einstimmig: Die neue integrierte Leitstelle für Stadt und Landkreis Augsburg und die Kreise Dillingen und Donau-Ries wird bei der Augsburger Berufsfeuerwehr betrieben. Damit sind zugleich die Weichen für den einheitlichen Notruf gestellt: Ab 2008 sind Feuerwehren und Rettungsdienste über die Nummer 112 erreichbar.
Was Augsburgs Landrat Karl Vogele einen "Meilenstein" nannte, war bis zuletzt ein hartes Stück Arbeit. Immerhin standen sich zwei große Organisationen und ihre Lobbys gegenüber. Auf der einen Seite: die Augsburger Berufsfeuerwehr, die mit ihrer Leitstelle die Feuerwehreinsätze in Stadt und Landkreis Augsburg disponiert. Auf der anderen Seite: das Rote Kreuz, das seit 1978 mit seiner Rettungsleitstelle eben die Rettungseinsätze führt. Wer in der neuen, quasi gemeinsamen Leitstelle den Hut aufhaben sollte, war lange umstritten. Bis gestern eben. Jetzt wird die Stadt Augsburg die Betreiberin der Leitstelle, die Berufsfeuerwehr wird sie führen.
Kosten werden geteilt
Die Männer und Frauen, die momentan noch in der Rotkreuz-Leitstelle arbeiten, müssen aber keine Sorge haben, ihre Jobs bei der Fusion zu verlieren. Einige werden auch in, der neuen Zentrale arbeiten, "alle anderen übernehmen wir in den Personalpool der Stadt Augsburg", sagte OB Paul Wengert in der Sitzung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung. Die Kosten für den Betrieb der integrierten Leitstelle werden sich Stadt und beteiligte Landkreise nach einem bestimmten Schlüssel auntie. Ende Mai soll der Betreibervertrag unterschrieben werden. Wengert zeigte sich optimistisch, dass die neue Leitstelle - und damit der Notruf 112 - Anfang 2008 in Betrieb gehen könne. "Wenn wir bis dahin noch nicht ganz fit sind, hängen wir aber drei Monate dran", meinte Feuerwehrchef Frank Habermaier. Errichtet wird das Notrufzentrum auf dem Dach der Feuerwehr in der Berliner Allee



Augsburger Allgemeine 22.05.2006
Auch ein altes Feuerwehrauto erweist die Ehre
Sonnenschein und prächtige Stimmung beim Festumzug zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Rettenbergen

Idyllisch: Mit den Feuerwehren Rettenbergen und Edenbergen an der Spitze führte der Zug auch über Wiesen. Rettenbergen/Gersthofen
"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr", lautet der Leitsatz unter Feuerwehrmännern. Die Ehre erwiesen über 50 Feuerwehrvereine aus dem Landkreis Augsburg dieses Mal dem "Nächsten", nämlich der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Rettenbergen. Zu deren 125. Gründungsjubiläum waren sie gekommen, um am Festumzug teilzunehmen, der am Sonntag den Höhepunkt des Festwochenendes darstellte.

Vorneweg blies die Festkapelle vom Musikverein Batzenhofen den etwa 70 Vereinen, Kapellen und Feuerwehren den Zugmarsch. Aus der Pferdekutsche mit Ehrenmitgliedern des Jubiläumsvereins winkten Karl Krieger, Reinhold Dirr, Erich Färber und Karl Schmidt dem Publikum am Straßenrand zu. Viel Applaus erhielt Adolf Aidelsburger. Der 71-jährige Ehrenkommandant des Gastgebervereins marschierte ganz sportlich in der Gruppe mit.
Dieses Mal gutes Wetter
Für Nachwuchs ist bei der Feuerwehr des Gersthofener Ortsteils bereits gesorgt. Leon und Wolfgang sind zwar noch zu jung um aktives Mitglied der Rettenberger Wehr zu sein, ihr Können durften sie aber beim Umzug schon mal demonstrieren. Mit Löschpumpe und Wasserschlauch spritzten die Lausbuben auch den ein oder anderen Besucher ein wenig nass. Machte nichts - denn das Wetter meinte es gut mit den Feiernden. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen war die Stimmung unter den Floriansjüngern prächtig. Anders im Jahr 1981: Zur damaligen 100- Jahrfeier hatte es in Strömen geregnet.
Noch jünger als der Wehrnachwuchs sind die Mädchen und Buben vom Kindergarten Sankt Martin, mit einem bunten Händeabdruck-Plakat grüßten sie den Jubiläumsverein. Die Maienfrische wurde auch beim Wagen des Obst- und Gartenbauvereins Batzenhofen, geschmückt mit blühenden Sträuchern, spürbar. Der Batzenhofener Sportverein CSC gab dem Jubelverein ebenfalls die Ehre und marschierte mit den Skifahrern, Wanderern und Tennisspielern mit.
Ausrüstung wie anno dazumal
Eine Ausrüstung wie anno dazumal zeigten die Hirblinger Feuerwehrmänner. Ganz im Stil von 1900 trugen sie hoch auf ihrem Einsatz-Pferdewagen goldene Helme und Uniformen aus dieser Zeit. Aus dem 19. Jahrhundert etwa stammt auch die Feuerwehrleiter, welche den Wagen der Täfertinger Wehr zierte. Nicht ganz so alt, jedoch in Rettenbergen altbekannt, rollte am Zugende ein Feuerwehrauto der Feuerwehr Unterthürheim (Kreis Dillingen). Es diente den Rettenbergern von 1972 bis 1994, bevor es der Gersthofer Bürgermeister und Schirmherr des Festes, Siegfried Deffner, den Kollegen in Unterthürheim schenkte. Nach dem Umzug stießen die Floriansjünger noch mit der einen oder anderen Maß auf das Jubiläum an.
Im Artikel zwar nicht in Worten erwähnt, aber in Bildern vertreten sind auch der Soldatenverein und die Feuerwehr aus Batzenhofen.



Augsburger Allgemeine 25.05.2006
Füllmaschine für Sandsäcke bewährt sich
Selbstgebasteltes Gerät wurde jetzt eingeweiht

Bei der Inbetriebnahme der Sandsack-Füllmaschine testeten auch Meitingens Feuerwehrkommandant Patrick Reiser (links) und Bürgermeister Alfred Sartor (rechts) im Beisein des Konstrukteurs, Herbertshofens Feuerwehrkommandant Erwin Beer (Bildmitte)"deren Kapazitäten für den Ernstfall.
Meitingen
Das Pfingsthochwasser 1999 sowie das Hochwasser in August 2000 ist den Menschen in der Region Meitingen noch immer in schlechter Erinnerung. In beiden Fällen versuchte man, die Wassermassen mit einer großen Zahl von Sandsäcken zurückzuhalten. Was damals noch per Hand geschah, geht inzwischen sehr viel schneller, denn dafür steht eine Sandsack-Füllmaschine zur Verfügung.

"Trotz vieler hilfreicher Hände konnten wir damals das Füllen der Säcke nicht zufrieden stellend bewältigen", erinnert sich Meitingens Feuerwehrkommandant Patrick Reiser. In einer Gesprächsrunde mit den Kommandanten aller Meitinger Wehren erklärte sich der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Herbertshofen, Erwin Beer, bereit, eine Sandsack-Füllmaschine nach seinen Vorstellungen zu bauen. Beim Hochwasser 2005 und der diesjährigen Überflutung des Ortsteils Langenreichen hat sich das Gerät, das Erwin Beer in vielen Freizeitstunden gebaut hatte, bereits bei Test-Einsätzen bewährt.
Auf Einladung von Bürgermeister Alfred Sartor trafen sich nun die Kommandanten sowie zahlreiche Mitglieder der Ortsteil- und Werksfeuerwehren Meitingens zur Einweisung des neuen Gerätes vor dem Meitinger Feuerwehrhaus. "Die Eigeninitiative und das handwerkliche Geschick von Erwin Beer erhöhen die Leistungsfähigkeit aller unserer Feuerwehren bei Hochwassereinsätzen", erklärte Sartor. Die neue Maschine hat sieben Füllausgänge, die von einem Trichter, der 800 Liter Sand faßt, gespeist werden können. Pro Stunde können somit etwa 2000 Säcke gefüllt werden. Abgerundet wurde die Inbetriebnahme des Gerätes mit einem Kameradschaftsabend und einer zünftigen Brotzeit.



Augsburger Allgemeine 22.09.2006
"Brand" in Lagerhaus - Wettlauf mir der Zeit
Sechs Feuerwehren proben in Gersthofen den Ernstfall - 110 Helfer und 15 Einsatzwagen vor Ort

Die Einsatzkräfte werden eingewiesen. 110 Feuerwehrler waren bei der Großübung am späten Mittwochabend in Gersthofen vor Ort, um den Brand im Getreidelagerhaus zu löschen.   Bild: Lode
Gersthofen
Grell, unübersehbar, blinkt das Blaulicht der rasenden Einsatzwagen. Schon biegt das erste knallrote Gefährt gegenüber dem Hery-Park in die Beethovenstraße ein. Feuerwehrmänner springen heraus, eilen die Treppen des hohen Gebäudes hinauf. Was ist passiert? Ein Lagerhaus steht in Flammen, vermisst wird ein Mensch. So das Szenario, wie es bei einem möglichen Ernstfall aussehen könnte. Denn hier handelt es sich um eine Übung.
Die Freiwilligen Feuerwehren Gersthofen, Edenbergen, Batzenhofen, Hirblingen, Langweid und Neusäß, ausgerückt mit 15 Einsatzwagen, proben das Zusammenspiel nach dem Motto der Aktionswoche "Katastrophenschutz in Bayern - ohne Feuerwehr unvorstellbar."
Die Truppmänner Manuel Herrman, Thomas Götz, Markus Wolf und Marcel Garron hetzen schwer bekleidet mit Helm, Sicherheitsstiefeln und Atemschutzmaske die Stufen hinauf. 40 Meter, sieben Etagen hoch ist das Lagerhaus in der Beethovenstraße. Zudem ist es dunkel, das Treppengelände eng. Nur eine Lampe am Helm spendet Licht.
Gemeldet ist folgende Lage: "Rauch aus dem siebten Obergeschoss am Lagerhaus Beethovenstraße 5." Das Drehbuch der Einsatzübung sieht es vor, dass die Feuerwehrkräfte ahnungslos sind, wo sich das Opfer befindet. Per Wärmemessgerät identifizieren sie, woher der Rauch kommt - künstlicher versteht sich. Die Suche nach der verletzten Person gestaltet sich in diesen Räumlichkeiten äußerst mühsam. Bis zu 6000 Tonnen Getreide können in dem mächtigen Gebäude, das Ende der 1930er Jahre errichtet wurde, gelagert werden. Neben einigen hundert Landwirten nutzt dieses mitunter auch das Landwirtschaftsministerium des Bundes.
Opfer liegt im fünften Stock
Von ganz oben nach unten wird nach dem "Vermissten" gesucht. Im fünften Stock entdecken die Helfer den Verunglückten. Schnell und zugleich vorsichtig muss es jetzt gehen. Dem Opfer wird eine Atemschutzmaske aufgesetzt, per Trage wird es ins Freie transportiert. Dort haben Kollegen bereits eine Atemschutzsammelstelle hergerichtet, wo der Verunglückte und die Helfer versorgt werden. Schließlich kann solch ein Einsatz, wegen der Giftstoffe, auch für sie lebensgefährlich sein. Hätte das Opfer bei einem echten Brand überlebt? "Schwer zu sagen, die Chancen wären eher gering", sagt Manuel Herrmann.
Wolfgang Baumeister, Kommandant der Gersthofer Wehr, ist Gesamtleiter des Einsatzes. Stellung von Atemschutz, Absperrung der Beethovenstraße zur Welserstraße, Erkundung des Dachgeschosses - alles muss genau koordiniert sein. Dazu ist Baumeister stets mit weiteren Leitern per Funk in Verbindung. Der Kommandant weiß, dass das stetige Training und Zusammenwirken der verschiedenen Feuerwehren unerlässlich ist. "Wenn es ernst wird, müssen wir da sein." Und deshalb ist die Rettungsaktion eines Opfers lange nicht alles an diesen Abend.
"Rauchentwicklung aus Silobehälter im Dachgeschoss" steht außerdem im Drehbuch. Aufgrund der Höhe des Gebäudes ist eine Löschaktion mit den immerhin 30 Metern hohen Leitern in diesem Fall nicht ganz einfach. Von drei Seiten bekämpfen die Feuerwehren Langweid, Neusäß und Gersthofen das Feuer.
Interessiert verfolgt Helmut Lösch das Geschehen. Der Anwohner spricht von einer "tollen Sache und sehr wichtig für alle Bürger". Damit spricht er Kommandant Baumeister aus der Seele, der sich stolz über die 110 Teilnehmer der Großeinsatzübung zeigt.
Übrigens: Eine Katastrophe im übungsgebäude hält Lagerhaus-Betreuer Hermann Kern für "fast ausgeschlossen." Dennoch kann er jetzt ruhiger schlafen. Im Falle eines Falles wäre kompetente Hilfe rasch zur Stelle.



Augsburger Allgemeine 06.10.2006
Jugend übt: Schlauch bis zur Schmutter
Bei der Einsatzübung der Jugend-Stadtteilwehren in Hirblingen durften die Jungs aus Batzenhofen natürlich nicht fehlen.
Heuer fand in Hirblingen eine Einsatzübung für die Jugendgruppen der Gersthofer Wehren statt. Beteiligt waren 55 Jugendfeuerwehrleute aus allen Ortsteilen mit acht Fahrzeugen. Angenommenes Brandobjekt war eine landwirtschaftliche Maschinenhalle. Das Löschwasser wurde aus der Schmutter entnommen und über eine 300 Meter lange Schlauchleitung zum Brandobjekt befördert. Nach Aussage von Kommandant Herbert Holzapfel von der Hirblinger Wehr zeigten die jungen Leute einen guten Ausbildungsstand.


Augsburger Allgemeine 02.12.2006
Batzenhofer Wehr wählt neue Führung
Stephan Langer löst nach 15 Jahren Wolfgang Knoll ab
Batzenhofen / Gersthofen
Wechsel in der Führung der Batzenhofer Wehr: Der Vorsitzende Wolfgang Knoll und der Schriftführer Franz X. Köhler stellten sich nach jeweils 15 Amtsjahren für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Neuer Vorsitzender wurde Stephan Langer, zu seinem Stellvertreter wurde Reinhard Lorenz gekürt. Zum Schriftführer wurde Sven Lorenz gewählt, während Kassier Wolfgang Heim im Amt bestätigt wurde.

Kommandant Thomas Janetschek und der scheidende Vorsitzende Wolfgang Knoll berichteten der mit 72 Besuchern sehr gut besuchten Versammlung über das abgelaufene Vereinsjahr. Es war gekennzeichnet durch die zahlreichen Wintereinsätze und die Schulungsmaßnahmen in schwerem Atemschutz. Größere Veranstaltungen des Vereins waren Faschingsball und Maibaumfeier.
Als Vertrauensleute wurden für die aktive Wehr Martin Kugelmann und für die passiven Kameraden Konrad Rößle jun. gewählt. Kassenrevisor Peter Krieger wurde im Amt bestätigt. Alle Genannten wurden mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimmen gewählt. Nach den Wahlen bekamen die Kameraden Johann Ehinger und August Kraus von Kreisbrandmeister Wolfgang Baumeister das Bayerische Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 40-jährigen aktiven Dienst verliehen. Der Verein bedankte sich bei ihnen mit einem Zinnteller. Wolfgang Knoll stellte an die Versammlung den Antrag, Karl Ehinger, Gerhard Gabriel, Hermann Geisenberger, Franz X. Köhler und Robert Sailer wegen deren besonderer Verdienste die Ehrenmitgliedschaft verleihen zu dürfen. Dies wurde ohne Gegenstimmen befürwortet. Die Geehrten erhielten jeweils eine handgemalte Ehrenurkunde.
Präsente zum Abschied
Zum Ende der Versammlung dankte der neue Vorsitzende Stefan Langer seinem Vorgänger Wolfgang Knoll für 15 Jahre erfolgreiche Vorstandsarbeit mit einer Urkunde, einem Sachbuch und einem Essensgutschein. Der scheidende Schriftführer Franz X. Köhler wurde mit einer Urkunde, einem Foto der Einsatzfahrzeuge und einem USB-Stick belohnt.
Neue Gesichter an der Spitze der Batzenhofer Wehr (von links): Kommandant Reimund Zedelmeier, Vertrauensmann Konrad Rößle, Kassier Wolfgang Heim, Schriftführer Sven Lorenz, Vertrauensmann Martin Kugelmann sowie Kommandant Thomas Janetschek. Davor sitzend der zweite Vorsitzende Reinhard Lorenz und Vorsitzender Stephan Langer.      Bild: privat



Augsburger Allgemeine 04.04.2007
Neues Gesetz alarmiert Feuerwehr
Zehn Minuten nach Anruf schon am Einsatzort ...
Landkreis Augsburg
Höchst alarmiert sind viele Feuerwehrmänner durch den Entwurf des neuen Feuerwehrgesetzes. Klagten manche schon in der Vergangenheit über eine Zunahme an Vorschriften und Kontrollaufwand, sehen sie nun durch die Gesetzesvorlage die Eigenständigkeit vieler Wehren gefährdet. Dies wurde bei einer Diskussion mit Innenstaatssekretär Georg Schmid deutlich.

Die Debatte in Königsbrunn hatte der Landtagsabgeordnete und CSU-Kreisvorsitzende Martin Sailer initiiert. Arge Sorgen bereitet den Wehren, dass die Hilfsfrist (zehn Minuten nach Eingang des Alarms müssen Feuerwehren oder Notfallrettung am Einsatzort sein) künftig im neuen Feuerwehrgesetz verankert werden soll. Dazu Fischachs Bürgermeister Josef Fischer: "Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand." Er fürchtet, dass Feuerwehren Klagen und den Abwägungen einzelner Richter ausgesetzt würden. Außerdem würde sich der Druck auf die Kommunen als Träger des örtlichen Feuerwehrwesens erhöhen.
Schmid versuchte, diese Bedenken zu zerstreuen, da gerichtlich unumgängliche Parameter im Text eingeschoben seien: "Es heißt, dass es nur ‚anzustreben’ sei, innerhalb der zehn Minuten am Einsatzort zu sein", es handele sich demnach nicht um ein festes Postulat. "Es geht um die Planung, nicht um die Realisierung." Außerdem habe die bisherige Praxis schon eine gewisse Rechtsqualität gehabt "und die war viel strenger angelegt".
Weitab vom Schuss ...
Aus dem Wunsch einer Feuerwehr in Unterfranken heraus sei die Bitte entstanden, die Gründung von Feuerwehrzweckverbänden und Zusammenschlüsse von kleinen Ortsfeuerwehren zu ermöglichen, so Schmid. Kreisbrandrat Georg Anzenhofer sprach sich klar dagegen aus: "Wir haben sieben Bezirke und alle haben sich für volle Ablehnung entschieden." Es bestünde keinerlei Notwendigkeit. Schmid konterte: "Ich weiß, dass wir für Schwaben diese Möglichkeit nicht brauchen, aber es gibt andere Gebiete wie Unterfranken, bei denen der Bedarf durchaus besteht. Wir haben schließlich 320000 freiwillige Feuerwehrmänner. Man muss im Gesetz flexibel auf unterschiedliche Bedürfnisse der Regionen eingehen können, denn nach aktueller Gesetzeslage ist es verboten."
Kreisbrandrat skeptisch
Auch die neue Möglichkeit von Werksfeuerwehren, sich zusammenzuschließen oder kommunale Brandschutzaufgaben übernehmen zu können, begeisterte Kreisbrandrat Anzenhofer nicht, wobei er keineswegs alleine dastand. "Es kann nicht sein, dass eine Werksfeuerwehr die Pflicht einer anderen oder die der Gemeinde übernehmen kann." Und: "Man darf sich seiner gemeindlichen Pflichten nicht einfach entledigen", wobei ihm viele Feuerwehrler Recht gaben.
Schmid räumte ein, dass eine solche Übertragung von Aufgaben nur mit Zustimmung der Regierung und nur in "besonderen Fällen" möglich sei - "wenn zum Beispiel ein Ortsteil von der Gemeinde extrem weit entfernt liegt".
Auch beim Thema Altersgrenze gingen die Meinungen auseinander. Könne der Kommandant im Falle eines Falls haftbar gemacht werden, wenn einer seiner Männer seiner Arbeit aus Altersgründen nicht gewachsen war? Warum dem Nachwuchs Führungschancen verbauen, wenn der 60-jährige Kommandant weitermachen will? Hat man lieber einen jungen, aber unerfahrenen Feuerwehrmann oder einen erfahrenen, aber älteren beim Einsatz dabei? Was ist bei Problemen mit der Nachwuchsförderung? Schmids Antwort: "Der Kommandant hat immer die Hauptverantwortung und die kann er wegen seines Dienstgrads auch tragen."



Augsburger Allgemeine 17.04.2007
Waldbrand: Die Gefahr ist sehr hoch
Trockenes Gras entzündet sich besonders schnell - Warnhinweise ernst nehmen und nicht in der Natur rauchen
Landkreis Augsburg.
Oft genügt ein Funke oder die Glut einer Zigarette und schon steht das trockene Gras in Flammen. Die Waldbrandgefahr ist zurzeit so hoch wie schon lange nicht mehr. Die Regierung von Schwaben hat die höchste Alarmstufe ausgerufen. Besonders gefährdet sind Flächen, die mit altem, trockenem Gras bewachsen sind - zum Beispiel die Deuringer Heide oder der Lechfeldbereich.

"Es ist zurzeit staubtrocken", sagt Karl-Heinz Meyer, Pressesprecher der Regierung von Schwaben. Seit ein paar Tagen hat diese Behörde Beobachtungsflüge auch über unserer Region angeordnet. Von Donauwörth, Illertissen und Kempten starten die kleinen Maschinen. Täglich von 15 bis 19 Uhr sind sie unterwegs. An Bord haben sie neben dem Piloten einen ausgebildeten Luftbeobachter. Meyer: "Das ist die effizienteste Methode."
"Wir können unsere 14000 Hektar Wald einfach nicht überwachen", sagt Hubert Droste von den Bayerischen Staatsforsten. Die Beschäftigten des Forstamtes seien regulär im Wald unterwegs. Allerdings sei auch am Wochenende eine Rufbereitschaft organisiert.
Brennende Zigarette als Ursache
Die Ereignisse der vergangenen Tage machen den Experten Sorgen. So brannte am Thumsee im Berchtesgadener Land am Wochenende 60 Hektar Waldfläche, auch in einem Wald südlich von Mertingen war die Feuerwehr im Einsatz. Aus ungeklärter Ursache fing am Sonntagabend auch noch ein Lärmschutzwall an der B2 bei Erlingen Feuer. Die Polizei vermutet, dass eine brennende Zigarette die Strohballen hinter dem Wall entzündet hat.
"Glimmstängel sind besonders gefährlich", sagt Kreisbrandinspektor Georg Anzenhofer. Eine Kippe könne auch nach 24 Stunden noch glimmen. Eine hohe Waldbrandgefahr im Frühling sei nichts Ungewöhnliches. Anzenhofer: "Schuld ist das trockene Gras am Boden, das wie Zunder brennt. Ist das frische. Grün da, wird es besser."
Stark gefährdet sind immer wieder auch Bahndämme. "Da reicht ein Funken des vorbeifahrenden Zuges", so der erste Feuerwehrler im Kreis. Er warnt aber vor Panikmache: "Die Feuerwehren sind gut gerüstet." Deshalb gebe es auch keine besonderen Einsatzpläne für diese Zeit. Die Natur genau im Blick hat auch das Amt für Landwirtschaft und Forsten. Besonders bedroht seien lichte Flächen mit Gras. "Zum Beispiel in der Deuringer Heide oder im Lechfeld", sagt Abteilungsleiter Axel Heiß. Er appelliert an die Waldbesitzer, unter keinen Umständen Reisig oder Fichtenzweige im Wald zu verbrennen - trotz Angst vor dem Borkenkäfer. Das Material sollte vielmehr gehäckselt und dann im Heizkraftwerk verbrannt werden.
"Die Brandgefahr im Wald ist nicht zu unterschätzen", sagt Hubert Droste. Durch den Wind greife ein Feuer rasend schnell über. Deshalb müssten alle Warnhinweise ernst genommen werden. "Wenn wir uns an die Spielregeln halten, dann wird auch in dieser kritischen Zeit nichts passieren."

WARNHINWEISE
Rauchen: Vom März bis zum 31. Oktober ist das Rauchen in den Wäldern verboten. Zurzeit sollte in der ganzen Natur nicht geraucht werden. Kippen auf keinen Fall wegwerfen, auch nicht aus dem Zugfenster.
Glas: Keine leeren Flaschen und Glas im Wald liegen lassen. Bei Sonneneinstrahlung kann es zum Brennglaseffekt kommen.
Autos: Fahrzeuge nicht auf trockenen Wiesen oder Feldern abstellen. Durch den heißen Auspuff oder den Katalysator kann sich das Gras entzünden.
Offene Feuer: Waldbesitzer sollten ihr Reisig nicht vor Ort verbrennen. Es empfiehlt sich das Häckseln.



Augsburger Allgemeine 18.05.2007
Kreisbrandrat macht die 60 voll
Geburtstag  Georg Anzenhofer ist Chef der 138 Feuerwehren im Kreis
Heute feiert Kreisbrandrat Georg Anzenhofer seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar ist seit 1994 der oberste Chef der 132 Freiwilligen und sechs Werksfeuerwehren im Landkreis Augsburg. Erst im vergangenen Jahr haben ihm "seine" Kommandanten ein weiteres Mal das Vertrauen ausgesprochen.
Für Anzenhofer ist es die letzte - um zwei Jahre verkürzte - Amtsperiode. Im Mai 2010 muss er - dann 63 Jahre alt - nach den Statuten des Bayerischen Feuerwehrgesetzes den Dienst quittieren. Für alle anderen Feuerwehr-Führungskräfte gilt eine Altersgrenze von 60 Jahren. Georg Anzenhofer ist als Kreisbrandrat oberster Dienstherr von 7400 aktiven Feuerwehrmännern und -frauen im Augsburger Land, die im vergangenen Jahr zu über 2500 Einsätzen ausgerückt sind. Gleichzeitig steht er dem Kreisfeuerwehrverband (KFV) vor, dessen Wiedergründung und Aufbau er konsequent und engagiert betrieben hat. Beim Bezirksfeuerwehrverband Schwaben fungiert Anzenhofer als stellvertretender Vorsitzender. Zudem engagiert er sich im Prüfungsausschuss des Landesfeuerwehrverbandes Bayern. Bei den ihm unterstellten Führungskräften der Landkreis-Feuerwehrinspektion ebenso wie beim "einfachen" Feuerwehrmann genießt KBR Anzenhofer den Ruf eines kompetenten und engagierten Fachmannes in allen Feuerwehrfragen, dem der hautnahe und kameradschaftliche Kontakt zur Basis dabei stets ein Herzensanliegen geblieben ist: freundschaftlich im Ton, konsequent in der Sache.
So kam er zur Feuerwehr
Der gelernte Landwirt Georg Anzenhofer trat 1964 in die Freiwillige Feuerwehr seiner Heimatgemeinde Welden ein. Ab 1973 fungierte er dort als Löschmeister, engagierte sich in der Jugendausbildung und war am Aufbau einer der schwabenweit ersten Frauenlöschgruppen beteiligt. Von 1975 bis 1984 war er Kommandant der Weldener Wehr, von 1978 bis 1983 zugleich auch Kreisbrandmeister im Holzwinkel. 1984 folgte er Werner Strobel auf den Posten des Kreisbrandinspektors im Inspektionsbereich Mitte. 1994 trat Anzenhofer dann erneut in die Fußstapfen seines Vorgängers Werner Strobel: Als neuer Kreisbrandrat verlegte er seinen Arbeitsplatz von einer großen Augsburger Reifenfirma ins Landratsamt. In seinen Zuständigkeitsbereich fällt neben der obersten Einsatzleitung bei Großbränden und technischen Hilfseinsätzen auch viel Schreibtischarbeit: bei allen größeren Bauvorhaben im Augsburger Land muss der KBR die Pläne hinsichtlich des vorbeugenden Brandschutzes prüfen und begutachten. Neben der Betreuung "seiner" Freiwilligen und Werksfeuerwehren (vornehmlich nach Feierabend und an den Wochenenden) liegt ihm vor allem die Brandschutzerziehung in Schulen und Kindergärten am Herzen.



Augsburger Allgemeine 19.06.2007
Für den Gerätestadel packen alle mit an
Feuerwehr Großes Fest zur Eröffnung in Gersthofen-Batzenhofen. Platz für die historischen Geräte
Mit jeder Menge "menpower" und einem Materialzuschuss der Stadt Gersthofen konnte sich die Freiwillige Feuerwehr Batzenhofen einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Innerhalb weniger Wochen stellte sie Am Wiesengrund, gegenüber der Mehrzweckhalle, einen neuen Gerätestadel auf, der nun mit einem kleinen Fest feierlich eingeweiht wurde.
Vor allem die historischen Geräte und das Material für den Hochwasserschutz sollen Platz in dem etwa 32000 Euro teuren Bauwerk finden. Die Hälfte der Kosten wurden durch einen Materialzuschuss der Stadt Gersthofen gedeckt, den anderen Teil erbrachten die Mitglieder der Feuerwehr in 988 Arbeitsstunden und steckten noch 2000 Euro eigenes Geld in den Stadel. Die ersten Versuche gab es bereits vor einigen Jahren, aber die Suche nach einem geeigneten Standort war schwieriger als erwartet. 2006 war dieser dann mit Hilfe der Jagdgenossenschaft gefunden und der Bau konnte mit dem Aushub im November beginnen. Im Frühjahr standen dann die Hauptarbeiten an, die ausschließlich von den Mitgliedern der Feuerwehr übernommen wurden. Vorstand Stefan Langer konnte sich gar nicht oft genug bei seinen Mannen für das Engagement bedanken.
Scheck als Anerkennung für die Gemeinschaftsleistung
"Nur ein Zwischenschritt vor neuen Wünschen" war laut Bürgermeister Siegfried Deffner die Fertigstellung des Gerätestadels. Er hofft aber, dass die Feuerwehrler zumindest die nächsten ein bis zwei Jahre zufrieden seien. Als Anerkennung der Gemeinschaftsleistung brachte Deffner einen Scheck über 500 Euro mit, der für das Fundament des Maibaums vorgesehen ist.
Der Musikverein begleitete das Fest zur Einweihung des Batzenhofener Feuerwehr-Gerätestadels (rechts) musikalisch.      Bild: Michaela Regele



Augsburger Allgemeine 22.06.2007
Unwetter am Mittag legt Bäume um
Gewittersturm Behinderungen auf den Straßen
Als sich gegen Mittag der Himmel verdunkelte, brach kurz darauf ein heftiger Gewittersturm über die Region herein. Zahlreiche Bäume wurden abgeknickt, fielen über die Straßen und behinderten den Verkehr. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden.
Kinderplanschbecken flogen durch die Luft, der heftige Regen zersauste die Pflanzen in den Gärten - das waren aber nur die harmlosen Auswirkungen des Gewitters. Viel schlimmer traf es zum Beispiel den Bereich der Stauden. Zwischen Fischach und Margertshausen lag ebenso ein Baum auf der Fahrbahn wie im weiteren Verlauf bei Gessertshausen. Auf der Kreisstraße Welden-Lauterbrunn drohte ein kräftiger Baum umzufallen. Hier konnte die Feuerwehr nichts ausrichten. Die Forstbetriebe mussten ran. Mit schwerem Gerät wurde der Baum zersägt und dann abtransportiert.
Glück im Unglück hatte ein Autofahrer in der Bergstraße in Ustersbach. Ein großer Ast eines Zwetschgenbaumes stürzte auf das Fahrzeug. Der Mann blieb unverletzt, an seinem Auto entstand ein Sachschaden von 4000 Euro.
Feuerwehr kommt mit der Motorsäge
Keine Personenschäden, aber jede Menge Holz auf den Straßen meldet auch die Polizeiinspektion Gersthofen. Auf der B300 bei Vogelsang stürzte ein Baum auf die Fahrbahn, die Straße war lange Zeit nur einspurig zu befahren. Dort wie auch in den meisten anderen Fällen, zum Beispiel in Batzenhofen und Hainhofen sowie in der Flurstraße in Gersthofen, rückten die Feuerwehren mit der Motorsäge an. Es kam zu Behinderungen auf den Straßen, größere Staus blieben aber aus.
Ein Fall für die Telekom wird die Telefonleitung in der Bahnstraße in Westheim. Sie wurde von einem umstürzenden Baum zerstört. Viele Anschlüsse funktionieren nicht.



Augsburger Allgemeine 22.06.2007
Heftiges Unwetter fegt Verkehr von der Straße
Großeinsatz 120 Feuerwehrmänner mussten gestern allein im Stadtgebiet 80-mal ausrücken. Wichtige Straßen waren wegen umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt
Kurz, aber heftig: Ein Unwetter hat gestern Mittag in Augsburg Schäden in noch nicht abzuschätzender Höhe angerichtet. Dächer wurden abgedeckt, Bäume stürzten auf Straßen und drohten, Häuser unter sich zu begraben. Menschen kamen nach Polizeiangaben nicht zu Schaden. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Feuerwehren zu 110 Einsätzen in Augsburg und Umgebung gerufen.
Die Wetterwarte am Flughafen in Mühlhausen registrierte Windböen mit bis zu 70 Kilometern in der Stunde und eine eher moderate Regenmenge von 5,5 Litern pro Quadratmeter. Das Unwetter wütete vor allem im Stadtgebiet, wo die dichte Bebauung die Wirkung von Windböen verstärken kann. Allein innerhalb der Stadtgrenzen musste die Feuerwehr 80-mal ausrücken. Im Einsatz waren rund 120 Mann von Berufsfeuerwehr, Freiwilligen Wehren aus den Stadtteilen und den Werksfeuerwehren von MAN und EADS. Während die Buden und Stände für das Max-Straßenfest, das gestern eröffnet wurde, nur leicht zerzaust wurden, war der Sturm für viele Bäume zu mächtig. Sie fielen reihenweise um und legten den Verkehr teilweise lahm. Betroffen waren neben der Innenstadt so wichtige Verkehrsachsen wie die B17 an mehreren Stellen, die zeitweise völlig gesperrte Friedberger Straße, die Haunstetter Straße und die Forsterstraße in der Nähe der City-Galerie.
Dramatische Nachwehen hatte der Sturm in Göggingen. Dort stürzte ein Baum in die Singold, und das Flüsschen drohte über die Ufer zu treten. Bis zum Spätnachmittag kämpften die Wehren gegen die Überschwemmung. Die Beseitigung von windgeknickten Bäumen ist gefährlich. Unter ungünstigen Umständen müssen die Helfer die Bäume in schwindelnder Höhe von der Drehleiter aus Stück für Stück abschneiden, während um sie herum Sturm und Regen peitschen. Die Einsätze dauerten bis in den frühen Abend. Die Beseitigung der Schäden am Baumbestand wird noch Tage dauern. Das Amt für Grünordnung warnt davor, sich unter beschädigten Bäumen aufzuhalten. Vorsicht ist auch im Wald geboten.
Buslinien mussten teilweise sogar eingestellt werden
Kräftig durcheinandergewirbelt vom Sturm wurden die Fahrpläne von Bus und Straßenbahn. Die Stadtwerke mussten etliche Buslinien vor allem im Osten der Stadt vorübergehend ganz einstellen, weil auf den Straßen ohnehin nichts mehr ging. Kräftige Verspätungen gab es auf der Straßenbahnlinie 1. Die Folgen waren bis in den Nachmittag zu spüren. Es gab Verspätungen von bis zu einer halben Stunde im gesamten Verkehrsnetz. Ohne Auswirkungen auf den Fahrplan blieb ein Zwischenfall im Tram-Betriebshof. Dort zerfetzte der Wind einen Fahrdraht, über den die Straßenbahn mit Strom versorgt wird.



Augsburger Allgemeine 02.08.2007
BETRIEBSUNFALL IN NÖRDLINGEN
Handyklingeln entzündet Nitroverdünnung
Das Klingeln eines Handys hat gestern (01.08.07) in Nördlingen eine Verpuffung ausgelöst. Zwei Arbeiter einer Stahlbaufirma verwendeten gerade Nitroverdünnung, als der Anruf kam. Die elektromagnetische Strahlung des Handys entzündete die Chemikalie. Beide Arbeiter erlitten Verbrennungen an den Armen und wurden mit Rettungshubschraubern in eine Spezialklinik gebracht. Sie schweben jedoch nicht in Lebensgefahr.


Augsburger Allgemeine 12.09.2007
Feuerwehren werben um Frauen
Aktionswoche Im Landkreis Augsburg sind 468 Brandschützer weiblich. Langfristig soll diese Zahl verdoppelt werden. Allerlei Veranstaltungen vom 15. bis 22. September.
"Frauen am Zug - Willkommen in der freiwilligen Feuerwehr!" - Unter diesem Motto steht heuer die bundesweite Feuerwehr-Aktionswoche vom 15. bis 22. September. Auch die Feuerwehren im Augsburger Land beteiligen sich mit allerlei Veranstaltungen an der Aktionswoche, die früher als Brandschutzwoche bekannt war. Ziel der bundesweiten Werbekampagne sei es heuer, so Kreisbrandrat Georg Anzenhofer, das Engagement von Frauen in den freiwilligen Feuerwehren noch weiter zu verstärken. Denn: Frauen sind in der Feuerwehr noch immer unterrepräsentiert.
Der Anteil der weiblichen Angehörigen im aktiven Dienst ist in den vergangenen Jahren bundesweit langsam auf derzeit rund sieben Prozent gestiegen. Dabei ist der Anteil in den alten Ländern mit durchschnittlich knapp sechs Prozent deutlich niedriger als in den neuen Bundesländern (elf Prozent). Eine stärkere Beteiligung ist in den Jugendfeuerwehren zu verzeichnen. Dort sind durchschnittlich mehr als 20 Prozent der Mitglieder Mädchen - flächendeckend in den alten und in den neuen Bundesländern.
Bundesfamilienministerin hat die Schirmherrschaft übernommen
Langfristig strebt der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) an, den derzeitigen Mitgliederstand der Feuerwehrfrauen im aktiven Dienst zu verdoppeln. Mädchen und Frauen sollen verstärkt für bürgerschaftliches Engagement bei der Feuerwehr gewonnen werden. Letztlich hängt davon auch ab, die Leistungsfähigkeit des Brand- und Katastrophenschutzes langfristig zu sichern.
In diese Kerbe schlägt auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, die Schirmherrin der bundesweiten Feuerwehr-Werbekampagne "Frauen am Zug": "Millionen Frauen engagieren sich heute überall in Deutschland in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen ehrenamtlich für die Allgemeinheit. Dass sie sich dabei längst nicht mehr auf überkommene Rollenbilder festlegen lassen, ist ein Gewinn für die gesamte Zivilgesellschaft. Zehntausende weibliche Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, die zuverlässig, belastbar und professionell ausgebildet im täglichen Einsatz ihre Frau stehen, sind der beste Beweis", so die Bundesministerin.
Die 138 Feuerwehren im Landkreis Augsburg zählen über 7400 Aktive, unter ihnen 468 Frauen und Mädchen. Dies entspricht rund 6,3 Prozent. Kreisbrandrat Anzenhofer: "Gerade im Landkreis Augsburg haben wir die Frauen mustergültig in unsere Feuerwehren integriert!" Trotzdem sehen es die Verantwortlichen der Feuerwehr- Landkreisinspektion als vordringliche Aufgabe an, gerade bei den Frauen die Werbung für den aktiven Feuerwehrdienst noch weiter zu intensivieren.
Derzeit zwei stellvertretende Kommandantinnen im Dienst
Die ersten Wehren, die im Augsburger Land in den 70er Jahren Frauengruppen ins Leben gerufen haben, waren Welden (1972) und Streitheim (1977). Heute leisten im zweitgrößten Landkreis Bayerns in 71 Feuerwehren zwischen Nordendorf und Schwabmühlhausen Frauen aktiven Feuerwehrdienst. In zwei Wehren - in Stettenhofen (Gemeinde Langweid) und in Reichertshofen (Gemeinde Mittelneufnach) - sind zwei Frauen als stellvertretende Kommandantinnen in die vorderste Führungsebene aufgerückt.



Augsburger Allgemeine 24.11.2007
Sturmeinsätze für Batzenhofer Wehr
Jahresversammlung Berichte des Vorstands und Ehrung langjähriger Mitglieder
Ehrungen langjähriger Mitglieder standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Batzenhofer Wehr. Kommandant Thomas Janetschek und der Vorsitzende Stefan Langer berichteten vor 60 Anwesenden über das abgelaufene Vereinsjahr. Das Jahr war gekennzeichnet durch die zahlreichen Sturmeinsätze und den Schulungsmaßnahmen in schwerem Atemschutz. Höhepunkt der Atemschutzausbildung war die Heißausbildung in der Schweiz unter der Leitung von Kreisbrandmeister Wolfgang Baumeister.
Größere Veranstaltungen des Vereins waren die Einweihung des Feuerwehrgerätestadels, der Faschingsball, die Maibaumfeier und der Vereinsausflug zum Münchner Flughafen mit anschließender Brauereibesichtigung in Aying. Vorsitzender Langer hielt Rückblick auf sein erstes Amtsjahr. Dabei betonte er den erfolgreichen Bau des Feuerwehrgerätestadels als wichtigstes Ereignis. Der Verein hat 172 Mitglieder. Kommandant Thomas Janetschek würdigte die Stadt Gersthofen für die hervorragende Unterstützung der Feuerwehr.
Die Geehrten
Für 25 Jahre aktive Dienstzeit wurden Konrad Rössle jun., Sebastian Schaflitzel und Peter Kugelmann geehrt, sie erhielten das Bayerische Feuerwehrehrenzeichen in Silber. Anton Kugelmann und Karl Ehinger wurden für 40 Jahre aktive Dienstzeit mit dem Bayerischen Feuerwehrehrenzeichen in Gold geehrt. Die Auszeichnungen überreichte Kreisbrandrat Georg Anzenhofer.



Augsburger Allgemeine 17.04.2008
Feuerwehrleute diskutieren über spezielle Hose
Ausrüstung Anschaffen oder nicht? Die Feuerwehren im Landkreis können selbst entscheiden
Eine Überhose, mit der sich Feuerwehrmänner in Räumen mit hohen Temperaturen bewegen können, sorgt für Gesprächsstoff bei den Feuerwehren in Deutschland. Die Debatte über das spezielle Kleidungsstück wird im Landkreis Augsburg weniger kontrovers geführt.
Der Kreisbrandrat im Landkreis Augsburg, Georg Anzenhofer, möchte sich jedenfalls nicht an der Diskussion beteiligen. "Jeder Feuerwehr ist es selbst überlassen, diese Hosen zu beschaffen oder nicht", sagt er diplomatisch. Der Einwand, dass der Luftaustausch in dem Kleidungsstück zu gering sei und so zu Kreislaufzusammenbrüchen führen könne, bestätigt er nicht. "Dazu habe ich keine Erfahrungen." Lediglich: Die Feuerwehrmänner seien mit der herkömmlichen Schutzkleidung auch "ziemlich eingepackt". Dagegen seien ihm Fälle bekannt, in denen Feuerwehrmänner in Bereiche mit zu hoher Hitze gekommen seien, ohne es zu bemerken.
"Das ist eine Frage der Ausbildung, wie man Wärme feststellt", sagt Wolfgang Baumeister, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gersthofen, die die Überhosen seit drei Jahren einsetzt. "Wir haben keine schlechten Erfahrungen gemacht."
Feuerwehr Gersthofen hat 25 Hosen angeschafft
Es stimme, dass das Wärmeempfinden geringer sei, was allerdings von dem höheren Schutzfaktor ausgeglichen werde. Die Feuerwehr Gersthofen besitzt 25 Stück und plant in den nächsten beiden Jahren 25 weitere anzuschaffen. Dabei seien die Hosen laut Baumeister angesichts der geringen Zahl entsprechender Einsätze nicht unbedingt notwendig gewesen. "Im Vordergrund steht der beste Schutz." Noch kein Thema ist diese Schutzkleidung bei der Freiwilligen Feuerwehr in Zusmarshausen. "Wir warten die Erfahrungen der anderen Feuerwehren ab", sagt Kommandant Klemens Krebs. Die Überhose sei "unbestritten schon gut", hätte aber Vor- und Nachteile. Wenn ein Feuerwehrmann beispielsweise unbewusst in zu hohe Temperaturen gerate, könnten Gummiteile der Maske schmelzen. Die herkömmliche Kleidung hätte bisher weitgehend ausgereicht. "Die Hitze geht nach oben weg, der untere Bereich ist nicht so tragisch", sagt Kommandant Krebs. Eine Hose kostet 150 Euro. Seit 2007 fördert das bayerische Innenministerium jede gekaufte Überhose mit 50 Euro. Den Rest muss die Kommune übernehmen.



Augsburger Allgemeine 11.07.2008
Verantwortung rund um die Uhr
Feuerwehrbilanz Die Zahl der Einsätze im Landkreis geht zurück. Schwerpunkt bleibt die technische Hilfe, doch oft müssen die Floriansjünger zu Unfällen und bei Unwettern ausrücken
Die 138 Feuerwehren im Augsburger Land mussten im Jahr 2007 zu weniger Einsätzen ausrücken als im Vorjahr 2006. Kreisbrandrat (KBR) Georg Anzenhofer legte jetzt die Einsatzstatistik der Floriansjünger vor. Demnach mussten insgesamt 2457 Einsätze gemeistert werden. Das sind knapp 200 weniger als 2006 (2643). Die Einsätze untergliedern sich in 314 Brände (2006: 392), 1875 Technische Hilfeleistungen (1948) und 268 Fehlalarme (303). Insgesamt wurden dabei 21566 Feuerwehrmänner und -frauen eingesetzt. Sie leisteten knapp 27300 ehrenamtliche Einsatzstunden.
Hinter diesen nüchternen Zahlen, so Anzenhofer, verbergen sich für die Betroffenen Schicksale und Tragödien. Nahezu jeder Einsatz, zu dem die Feuerwehr gerufen werde, sei mit persönlichem Leid, mit Schäden an Leben und Gesundheit und mit dem Verlust von Sachwerten verbunden. Die über 7630 ihm unterstellten Aktiven zwischen Nordendorf und Schwabmühlhausen seien sich dieser Verantwortung rund um die Uhr bewusst. Motiviert, bestens geschult und gut ausgerüstet stehen sie Tag und Nacht bereit, bei Notfällen aller Art einzugreifen und den Betroffenen rasche Hilfe zu bringen.
Lebensrettende Rauchmelder
Von den 314 Brandeinsätzen waren elf Groß-, 45 Mittel- und 201 Kleinbrände. Bei 57 Brandeinsätzen war das Feuer beim Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht. Relativ hoch, so KBR Anzenhofer, sei mit 42 Einsätzen die Zahl der Wohnungsbrände. Der oberste Brandschützer im Landkreis appellierte in diesem Zusammenhang erneut an die Bevölkerung, Wohnräume mit Rauchmeldern auszurüsten. Die kleinen, nur handtellergroßen und mit einer langlebigen Batterie betriebenen Geräte könnten im Ernstfall Menschenleben retten.
Den Löwenanteil aller Einsätze machten auch 2007 die technischen Hilfeleistungen aus, wenngleich auch deren Anzahl leicht zurückgegangen ist. Schwere Verkehrsunfälle (154) und Unwetter-Einsätze (486) stehen hier ganz oben in der Einsatzstatistik. Anzenhofer berichtete von 103 Personen, die von seinen Feuerwehren gerettet werden konnten. Für 20 Menschen kam die Hilfe der Feuerwehr zu spät - sie konnten nur noch tot geborgen werden.
Technische Hilfeleistungen waren auch in diesen Bereichen erforderlich: auslaufender Treibstoff (25 Einsätze), absturzgefährdete Teile (39), Freiwerden gefährlicher Stoffe (43), Insekten (224), Öl auf Gewässer (11), Öl auf Fahrbahn (154), Wohnungsöffnungen bei akuter Gefahr (108), Tierbergung (101), Unfälle mit Aufzügen (8), Suche von vermissten Personen (10), Wasserschäden und -rohrbrüche (66).
Fehlerhafte Brandmeldeanlagen die Hauptursache
Einen erheblichen Anteil in der Feuerwehr-Einsatzstatistik nehmen alljährlich die Fehlalarmierungen ein. Die 268 Einsätze in dieser Sparte unterteilen sich in 45 sogenannte "Blinde Alarme" {Irrtum des Meldenden), 20 böswillige Alarme und 203 fehlerhafte Brandmeldeanlagen.
Feuerwehren im Kreis ♦ In den 132 freiwilligen und sechs Werksfeuerwehren im Landkreis Augsburg leisten 6544 Männer und 333 Frauen ehrenamtlichen Feuerwehrdienst.
♦ Dazu kommen 824 Feuerwehranwärter im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren.
♦ Insgesamt verfügen die Wehren im drittgrößten Landkreis Bayerns über knapp 1600 Atemschutzgeräteträger, von denen 300 im Jahr 2007 zum Einsatz kamen.



Augsburger Allgemeine 19.07.2008
"Jackenbauer" vermutet Brandstiftung
Großeinsatz 200 Wehrmänner löschen. Halbe Million Euro Schaden
Kurz nach 21 Uhr hatte Landwirt Martin Wiedemann noch seine Abendrunde über seinen Hof gedreht, den Hühnerschlag zugemacht und ein paar Tiere gefüttert. Als sich der 77-Jährige im Wohnzimmer gerade vor den Fernseher gesetzt hatte, hörte er draußen ein Auto hupen. "Plötzlich hat jemand an der Tür gerüttelt und gerufen: ‚Bei Ihnen brennt's! ’"
Wiedemann, im Neusässer Stadtteil Täfertingen "Oberer Jackenbauer" genannt, eilte hinaus. "Zuerst hat nur ein bisschen Einstreu neben dem Gebäude gebrannt." Bereits bei seinem Rundgang war ihm aufgefallen, dass dort ein Stück der Plane fehlte. "Wäre ich weiter gegangen, hätte ich vielleicht irgendetwas bemerkt", sagt Wiedemann, der einen schlimmen Verdacht hegt: "Brandstiftung." Schon einmal, im Jahre 1910, wurde der Hof - damals im Besitz seines Großvaters - in Schutt und Asche gelegt.
Als die Feuerwehr aus Täfertingen gegen 21.40 Uhr am Brandort eintraf, hatten die Flammen schon auf den Stadel übergegriffen. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Kilometerweit war der Schein der Flammen zu sehen, die in den Himmel loderten. Kommandant Matthias Schwarz löste Großalarm aus. Rund 200 Feuerwehrmänner aus Täfertingen, Neusäß, Westheim, Ottmarshausen, Gersthofen, Batzenhofen, Hirblingen und der Berufsfeuerwehr Augsburg bekämpften den Großbrand. Es herrschte ein Blaulichtgewitter. Da auf dem vom Einsturz bedrohten Giebel des brennenden Gebäudes ein Kabelmast angebracht war, der herabzustürzen drohte, schaltete die LEW den Strom ab.
"Ein Übergreifen auf das Wohnhaus und einen weiteren Stall mit 40 Milchkühen konnte verhindert werden", berichtet Matthias Schwarz, der die Einsatzleitung inne hatte. Auch Kreisbrandinspektor Georg Anzenhofer eilte an den Unglücksort. Mit zwei Drehleitern ging man von beiden Seiten gegen das Feuer vor, zur besseren Wasserversorgung wurden zwei Schlauchstraßen von der Schmutter her gelegt. Die Westheimer Wehr hatte auf dem Parkplatz des Gasthof Schmid eine Atemschutz-Sammelstelle eingerichtet. "Die Sauerstoffflaschen werden hier katalogisiert, damit rechtzeitig Nachschub befüllt werden kann", erklärte Kommandant Christian Kugelmann. 20 bis 30 Trupps mit jeweils zwei Mann hielten sich ständig in Bereitschaft.
Gegen Mitternacht war das Feuer unter Kontrolle, das 40 Meter lange gemauerte Gebäude trotzdem bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Futtervorräte, landwirtschaftliche Zugmaschinen und Anhänger wurden ein Raub der Flammen. "Wir hatten uns noch so gefreut, dass alles unter Dach und Fach war, bevor es zu regnen begonnen hat", sagt Wiedemann. "Jetzt muss ich Futter zukaufen."
Von den 38 im Stall untergebrachten Mastbullen wurden die letzten in den frühen Morgenstunden unter der Federführung der Feuerwehr Batzenhofen befreit. Einige waren bereits zuvor durch die Hauptstraße getrieben und bei Landwirten in der Nachbarschaft untergebracht worden. Da die Gefahr bestand, dass einige Rinder Richtung Autobahn geflüchtet sein könnten, wurden die Suchmaßnahmen von einem Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera unterstützt. Ein Bulle stürzte auf der Flucht in die Güllegrube. Er wurde mit einem Hublader geborgen.
Ob Rinder im Feuer verendet sind, konnte gestern selbst der betroffene Landwirt Wiedemann noch nicht endgültig sagen. "Es kann sein, dass noch einer drin ist." Übernächtigt und deprimiert steht der Landwirt aus Leidenschaft vor den Überresten seiner Stallungen. Fest stand: "Von den geretteten Tieren mussten neun in den Schlachthof gebracht werden." Auch gestern (18.07.2008) noch flackerte das Feuer immer wieder auf, beißender Geruch lag über dem ganzen Ort. Nach Polizeiangaben beträgt der Schaden rund eine halbe Million Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
"Jetzt wird es langsam bald zu viel für Neusäß", meinte Neusäß' Bürgermeister Hansjörg Durz, der als Täfertinger den ganzen Abend die Rettungsmaßnahmen verfolgte. Erst am Mittwoch hatte ein 58-jähriger Mann aus Steppach vor dem Klinikum auf seine ehemalige Lebensgefährtin geschossen und sich anschließend dann selbst getötet.



Augsburger Allgemeine 18.09.2008
Die meisten Brände passieren zu Hause
Aktionswoche Feuerwehren im Kreis wollen über Gefahren aufklären
"Wir sorgen für Ihre Sicherheit - tun Sie es auch!" - Unter diesem Motto steht heuer die bundesweite Feuerwehr-Aktionswoche vom 20. bis 27. September. Sie bildet den Auftakt für eine groß angelegte Jahresaktion der Feuerwehren zur Verhütung von Bränden im Haushalt. Auch die Feuerwehren im Augsburger Land beteiligen sich mit allerlei Veranstaltungen an der Aufklärungskampagne. Ziel von Aktionswoche und Jahresaktion sei es, so Kreisbrandrat (KBR) Georg Anzenhofer, die Bevölkerung über die vielfältigen Brandgefahren aufzuklären und zu sensibilisieren, die im Haushalt lauern.
Etwa 600 Menschen sterben, rund 6000 werden verletzt.
Jährlich sterben in der Bundesrepublik etwa 600 Menschen an den Folgen von Bränden, die meisten von ihnen - 80 Prozent - ersticken binnen weniger Minuten im Brandrauch. 6000 Personen werden bei Bränden verletzt. Die meisten Brände passieren zu Hause. Um die Bevölkerung auf Brandgefahren im Haushalt hinzuweisen, über Rauchmelder und das richtige Verhalten bei Bränden zu informieren, starten die Feuerwehren im September erstmals eine groß angelegte Jahresaktion. Motto: "Wir sorgen für Ihre Sicherheit - tun Sie es auch."
Die unbeaufsichtigte Kerze, das vergessene Essen auf dem Herd, das eingeschaltete Bügeleisen, spielende Kinder, die eine Herdplatte einschalten oder einen heißen Topf vom Kochfeld ziehen, eine Gutenachtzigarette im Bett, Spiritus als Grillanzünder, Elektrogeräte im Stand-by-Betrieb - all das sind Brandursachen und Auslöser für rund 3800 Wohnungsbrände, zu denen die Feuerwehren Bayerns jährlich ausrücken müssen.
"Viele der rund 600 Brandtoten könnten noch leben, wenn in der Wohnung ein Rauchmelder installiert gewesen wäre", sagt Kreisbrandrat Georg Anzenhofer. Ein Rauchmelder schlägt Alarm, wenn es zu einer Rauchentwicklung kommt. Wertvolle Minuten können gewonnen werden, um sich in Sicherheit zu bringen. "Viele meinen: Wenn es brennt, bleiben mehr als zehn Minuten, um die Wohnung zu verlassen", so Anzenhofer. Unter Umständen ein tödlicher Irrtum: Durchschnittlich bleiben nur vier Minuten, um sich in Sicherheit zu bringen. Eine Rauchgasvergiftung kann bereits nach zwei Minuten tödlich sein. Ein großes Anliegen der Feuerwehren im Augsburger Land ist es, schon im Kindergarten und in den Grundschulen auf die Gefahren des Feuers und richtiges Verhalten im Brandfall spielerisch hinzuarbeiten. Viele Feuerwehren führen bereits seit Langem Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen durch.
"Mit der Feuerwehr-Jahresaktion 2008/2009 möchten die Feuerwehren die Brandgefahren aufzeigen, die tagtäglich im Haushalt lauern, und mit konkreten Tipps dazu beitragen, dass es künftig weniger Brände mit weniger Toten und Verletzten gibt", erklärt Kreisbrandrat Georg Anzenhofer. Einen wesentlichen Beitrag hierzu würde die flächendeckende Installation von Rauchmeldern leisten, ist sich der KBR sicher.
Von den politischen Gremien fordern die Feuerwehrverbände deshalb schon seit Langem eine Rauchmelderpflicht für Wohnungen, wie es sie in einigen Bundesländern und in vielen europäischen Ländern bereits gibt.

Die Wehren im Landkreis
In den 132 freiwilligen und sechs Werksfeuerwehren im Landkreis Augsburg, leisten 6544 Männer und 333 Frauen ehrenamtlichen Feuerwehrdienst. Dazu kommen 824 Feuerwehranwärter im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren.
Im Jahr 2007 rückten die Feuerwehren im drittgrößten Landkreis Bayerns zu 2457 Einsätzen aus, dabei wurden 27300 freiwillige Einsatzstunden geleistet.
Oberster Chef der Feuerwehren im Augsburger Land ist Kreisbrandrat Georg Anzenhofer. Ihm unterstehen drei Inspektionsbereiche mit den zuständigen Kreisbrandinspektoren Wilhelm Rottenegger (Süd), Herbert Wiedemann(Mitte) und Siegfried Skarke (Nord).



Sirenentest erfolgreich bestanden
Alle Warnmelder im Landkreis springen an
Die bayernweite Sirenenprobe ist gestern (17.09.09) im Landkreis erfolgreich verlaufen. Alle Sirenen sind nach der Auslösung des Signals durch die Berufsfeuerwehr Augsburg angesprungen. Der Sachgebietsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, Franz Seitz, erläutert den Zweck der Übung: "Der Landkreis ist in vier Auslösebereiche unterteilt. Ein Ziel der Übung war zu prüfen, ob alle Sirenen ausgelöst werden. Auch das System der integrierten Leitstelle, die ab Oktober die Alarmierung übernimmt, hat tadellos funktioniert."
Mit der Überprüfung sollte die Bevölkerung zudem an das Warnsignal "einminütiger Heulton" gewöhnt werden. Wenn er erklinge, sollten die Bürger die Rundfunkgeräte einschalten: "Es hat sich nur eine Bürgerin bei uns gemeldet. Sie hat sich gewundert, dass der württembergische Rundfunk keine Meldung über den Alarm verbreitet hat", so Seitz weiter.
Gut eineinhalb Stunden zu früh ging der Alarm in Gersthofen los: "Der Grund war ein Versehen bei der Auslösung. Aber auch beim zweiten Mal gegen elf Uhr hat die Auslösung reibungslos funktioniert", erklärt der Experte.



Augsburger Allgemeine 07.10.2008
Eine "historische Leistungsprüfung"
Tag der offenen Tür Batzenhofer Wehr bietet einen Blick hinter die Kulissen
Hinter die Kulissen schauen: dazu hatten Besucher beim "Tag der offenen Tür" der Feuerwehr Batzenhofen am vergangenen Sonntag die Möglichkeit. Nach einem Frühschoppen mit anschließendem Mittagessen und musikalischer Umrahmung durch den Musikverein Batzenhofen startete am Nachmittag das Showprogramm.
Bei zahlreichen Vorführungen wie zum Beispiel einer Fettexplosion wurden den Besuchern die Gefahren aber auch das richtige Verhalten näher gebracht. Verschiedene Schauübungen, darunter das "Retten einer verunglückten Person aus einem Schacht", oder aber auch eine "historische Leistungsprüfungsabnahme" rundeten das Showprogramm an diesem Tag ab und brachten die Aufgaben der Feuerwehr dem Publikum näher.
In den Pausen des Programms konnten sich die zahlreich anwesenden Besucher in der Ausstellung des Fuhrparks mit verschiedenen Gerätschaften von der Feuerwehr Batzenhofen vertraut machen und sich die Uniformen und Einsatzanzüge der Feuerwehr im Wandel der Zeit anschauen und sich dabei mit Kaffee und Kuchen stärken.
Rundfahrten mit dem Löschfahrzeug für die kleinen Besucher beendeten den Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Batzenhofen.
Vorsitzender Stefan Langer und Kommandant Thomas Janetschek zeigten sich sehr zufrieden über das Interesse und den guten Verlauf der gut besuchten Veranstaltung.



Augsburger Allgemeine 22.11.2008
Batzenhofer Wehr kann sich auf 172 Mitglieder stützen
Jahreshauptversammlung Kommandant und Vorsitzender ziehen Bilanz
Eine ausgesprochen positive Jahresbilanz zog die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Batzenhofen bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Immerhin 60 Mitglieder waren im Pfarrsaal St. Martin erschienen.
Kommandant Thomas Janetschek berichtete über zahlreiche Einsätze, wie über den Brandeinsatz in Täfertingen, wo sich vor allem der Schlauchcontainer der Wehr ausgezahlt habe. Auch der Tag der offenen Tür, der im September 2008 stattfand, sei ein voller Erfolg gewesen. Der Vorsitzende Stefan Langer betonte die Wichtigkeit des Faschingsballs, der Maibaumfeier und die zahlreichen Vorstandssitzungen.
"Beleg für eine erfolgreiche Vereinsführung"
Die Mitgliederzahl des Vereins, die sich auf 172 belaufe, nannte Langer als Beleg für eine erfolgreiche Vereinsführung. Der Gersthofer Bürgermeister Jürgen Schantin informierte über den Haushaltsplan 2009, speziell hier über Punkte, die für die Feuerwehren von Bedeutung sind.
Stefan Langer ehrte im Anschluss in Abwesenheit Werner Niggl für 25-jährige Mitgliedschaft in Abwesenheit sowie Hermann Geisenberger, Georg Rössle und Anton Heichele für 50-jährige Treue zum Verein. Nach dem offiziellen Ende der harmonisch verlaufenen Veranstaltung wurde noch lange weiter gefeiert.
Dieser durchwegs positive Bericht sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Übungsbesuch so schlecht ist, wie schon lange nicht mehr (Kommentar von Franz Köhler).



Augsburger Allgemeine 11.12.2008
Ein großes Puzzle aus 560 Feuerwehren
Integrierte Leitstelle Keine großen Klagen sind aus der Bürgermeister-Runde zu hören
Kein großes Kopfzerbrechen scheint den Bürgermeistern im Landkreis die neue Integrierte Leitstelle (ILS) zu machen, die bei der Berufsfeuerwehr in Augsburg angesiedelt ist. Bei ihrer Dienstbesprechung im Landratsamt hielten sich zumindest die Klagen in Grenzen, so wie etwa jene von Josef Böck (Langenneufach), warum denn bei einem Alarm die Sirenen dreimal im Dorf gelaufen seien, "obwohl unsere Feuerwehr schon längst draußen war".
"Ein einmaliger Einzelfall".
Eine schlüssige Antwort konnte Stefan Würz von der ILS nicht geben: "Das konnten wir uns auch nicht erklären, das war ein einmaliger Einzelfall." Denn eigentlich laufe bei der Leitstelle alles wie geplant. Auf gebaut sei der Alarmierungsplan, der immerhin 560 Ortsteilfeuerwehren umfasst, wie ein Puzzle, aus dessen Einzelteilen dann ein großes Bild zusammengesetzt werde. Würz verglich das mit einer "russischen Puppe".
Will heißen: Brennt es in A-Dorf, dann wird zunächst die örtliche Wehr alarmiert, weshalb die Sorge von Konrad Dobler (Langerringen) vom Ende der kleinen Ortsteilfeuerwehren unbegründet sei. Dann werde weiter geschaut, welche Wehren mit welchem Gerät noch gebraucht werden. Gibt es das in B-Dorf, oder muss die ILS weiter greifen nach C-Stadt? Die Alarmierung reiche notfalls über die Grenzen der Landkreise, ja sogar über den der Leitstellen hinaus, entgegnete Würz auf Nachfrage von Bürgermeister Franz Xaver Meitingen aus Mittelneufnach, einer Gemeinde im südlichen Landkreis mit starken Verflechtungen ins Unterallgäu.
Auch Georg Klaußner, Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages, hat über die ILS keine großen Klagen gehört: "Meine Feuerwehrler sagen, sie sind zu 90 Prozent zufrieden - trotz der Kinderkrankheiten am Anfang."
Mitarbeiter geschult
Dass die ILS jetzt auch für den Einsatz der Rettungskräfte zuständig ist, scheint nach den Wortmeldungen aus der Bürgermeister-Runde kein Thema mehr zu sein. Alle Mitarbeiter hätten eine umfangreiche Ausbildung gemacht und würden damit zu 100 Prozent die Voraussetzungen des Innenministeriums erfüllen, so Würz auf eine Nachfrage von Erich Stohl aus Kühlenthal.



Augsburger Allgemeine 28.04.2009
Jetzt auch in den Stadtteilen: Nachwuchs kehrt den Wehren den Rücken
Sorge Immer wenige Jugendliche bei den Feuerwehren. Fuhrpark soll Schritt für Schritt erneuert werden
Eigentlich wäre alles in Butter: Die Feuerwehren in Gersthofen und den Stadtteilen sind nach wie vor passabel besetzt und schlagkräftig. Darüber berichtete Herbert Ranz, der in der Stadtverwaltung für die Wehren zuständig ist, den Mitgliedern des Hauptausschusses. Doch ein genauerer Blick auf die Statistiken des Budgetberichts 2008 zeigt, warum sich Ranz Sorgen um die Zukunft macht: Von 2007 auf 2008 ist die Zahl der Feuerwehranwärter in einigen Wehren nicht nur zurückgegangen, sondern förmlich abgestürzt. "Dabei handelt es sich jetzt nicht mehr um ein Problem des Hauptorts Gersthofen, der Trend hat nunmehr erstmals auch die Ortsteilwehren erfasst", so Ranz. Die Zahlen sind deutlich: So hatte die Batzenhofer Wehr 2007 noch 18 Anwärter, in 2008 waren es lediglich vier. In Gersthofen waren es im Vorjahr fünf statt zwölf (2007), in Hirblingen gar nur noch drei (2007: elf). Unverblümt erklärte Ranz, dass diese Tendenz auch damit zu tun habe, dass die Wehr im Bewusstsein der Bevölkerung "nicht mehr den Stellenwert hat, der angemessen" wäre.
Auch hat der Experte ein wachsendes Desinteresse ausgemacht, ehrenamtlich für die Allgemeinheit tätig zu sein. Noch ist die Einsatzstärke der Wehren nicht gefährdet, die Truppen profitieren von den Jahren, in denen die Jugendlichen sich um die Dienste rissen. Auf lange Sicht jedoch sei, so Ranz, das Phänomen bedrohlich.
Der zweite Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) stellte in den Raum, ob man eine Trendwende durch Werbeaktionen versuchen solle. SPD-Fraktionschef Peter Schönfelder brachte eine Arbeitsgemeinschaft Feuerwehr bei der Hauptschule ins Spiel. Ranz zeigte sich hingegen wenig optimistisch, dass das Problem über Schulen zu lösen sei. Man habe dies bereits in der Vergangenheit mit nur mäßigem Erfolg versucht. Einig waren sich die Stadträte, dass es dringend nötig ist, neue Konzepte zu entwickeln, um den Feuerwehr-Nachwuchs zu sichern. Optimistisch zeigte sich Ranz, dass jetzt Schritt für Schritt dafür gesorgt werde, die Ausrüstung - sprich insbesondere den in die Jahre gekommenen Fuhrpark - zu erneuern. Grundlage eines Konzepts soll ein externes Gutachten sein. Für die Wehren sind im Haushalt 2009 gut 300000 Euro eingestellt, 2008 waren es knapp 300000 Euro, von denen jedoch nur 288 000 abgerufen worden waren. Zufrieden ist Ranz mit der Alarmierung über die Berufsfeuerwehr Augsburg nach der Umstellung auf die Notrufnummer 112 im September 2008. Nur am Anfang habe es einige Probleme gegeben.



Augsburger Allgemeine 11.09.2009
Brennendes Interesse
Feuerwehr Bundesweite Aktionswoche vom 19. bis 26. September wirbt um ausländische Mitbürger. Im Landkreis gibt es rund 7800 Aktive in 138 Wehren
"Jeder kann helfen - Komm, mach mit!" Unter diesem Motto steht heuer die Feuerwehr-Aktionswoche vom 19. bis 26. September. Auch die Feuerwehren im Augsburger Land beteiligen sich mit allerlei Veranstaltungen an der Aufklärungskampagne. Im Mittelpunkt stehen die Themen Integration und Mitgliederwerbung.
Ob Mann oder Frau, ob Jugendlicher oder Erwachsener, ob Deutscher oder ausländischer Mitbürger - so wie jeder von einer Minute auf die andere auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sein kann, so kann auch jeder in der Feuerwehr mithelfen und sich in der größten Bürgerinitiative Deutschlands für den Nächsten engagieren, erklärt dazu Kreisbrandrat Georg Anzenhofer.
Vor diesem Hintergrund sprechen die Feuerwehren heuer bei ihrer Aktionswoche ganz bewusst auch ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger an. Dabei soll ihnen die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren dargestellt und näher gebracht werden, um sie für eine Mitarbeit in den Feuerwehren zu gewinnen. Über eine Million ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger leben in Bayern. Damit hat jeder zehnte Einwohner im Freistaat ausländische Wurzeln. Ein nicht zu unterschätzendes Potential an möglichen aktiven Mitgliedern für die Feuerwehren.
Zugehörigkeitsgefühl entwickeln
Gerade in Zeiten, in denen bei vielen Feuerwehren die Personaldecke dünner wird, ist Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit in ausländischen Bevölkerungsschichten, auch in Zusammenarbeit mit ausländischen Vereinigungen und Verbänden, wichtig. Integration wird bei der Feuerwehr durch Aufgeschlossenheit und Kameradschaft täglich gelebt. Migrantinnen und Migranten, die in der örtlichen Feuerwehr mitarbeiten, entwickeln leichter ein Zugehörigkeitsgefühl zu ihrem Wohnort und zu ihren Mitmenschen.
Tragische Brandkatastrophen wie der verheerende Wohnhausbrand in Ludwigshafen im vergangenen Jahr unterstreichen die Notwendigkeit und den Sinn einer Integration von ausländischen Mitbürgern in die Feuerwehr. Ein besseres Verständnis, die Möglichkeit einer besseren Kommunikation mit Betroffenen im Einsatzfall, aber auch eine bessere Brandschutzerziehung und -aufklärung stärken das Miteinander und bauen Vorurteile ab. Neben der Mitgliederwerbung ist die Information der Öffentlichkeit über die vielfältigen Hilfsmöglichkeiten der Feuerwehren ein weiteres Ziel der Aktionswoche.
Kreisbrandrat Georg Anzenhofer kämpft für Rauchmelder
Kreisbrandrat Georg Anzenhofer nimmt die Aktionswoche ein weiteres Mal zum Anlass, bei der Bevölkerung für den Einbau von Rauchmeldern in Häuser und Wohnungen zu werben. "Viele der bundesweit jährlich rund 600 Brandtoten könnten noch leben, wenn in der Wohnung ein Rauchmelder installiert gewesen wäre", sagt Anzenhofer. Ein Rauchmelder schlägt Alarm, wenn es zu einer Rauchentwicklung kommt. Wertvolle Minuten könnten gewonnen werden, um sich in Sicherheit zu bringen. "Viele meinen, wenn es brennt, bleiben mehr als zehn Minuten, um die Wohnung zu verlassen", sagt Anzenhofer. Und weiter: "Unter Umständen ein tödlicher Irrtum. Durchschnittlich bleiben nur vier Minuten. Eine Rauchgasvergiftung kann bereits nach zwei Minuten tödlich sein."
Im Kindergarten geht's los
Ein großes Anliegen der Feuerwehren im Augsburger Land ist es zudem, schon im Kindergarten und in den Grundschulen auf die Gefahren des Feuers und das richtige Verhalten im Brandfall spielerisch hinzuarbeiten. Viele Feuerwehren führen bereits über Jahrzehnte Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen durch.
Die Feuerwehr im Kreis
In den 132 freiwilligen und sechs Werkfeuerwehren im Landkreis Augsburg leisten rund 7800 Männer und Frauen ehrenamtlichen Feuerwehrdienst. Im Jahr 2008 rückten die Feuerwehren im drittgrößten Landkreis Bayerns zu über 2300 Einsätzen aus, dabei wurden gut 37000 freiwillige Einsatzstunden geleistet.
Oberster Chef der Feuerwehren im Augsburger Land ist Kreisbrandrat Georg Anzenhofer. Ihm unterstehen drei Inspektionsbereiche mit den Kreisbrandinspektoren Günter Litzel (Süd), Herbert Wiedemann (Mitte) und Siegfried Skarke (Nord).



Augsburger Allgemeine 28.11.2009
Einsatzzahlen bleiben wie im Vorjahr
Hauptversammlung Bilanz der Feuerwehr Batzenhofen fällt gut aus
Alles im Lot bei der Freiwilligen Feuerwehr Batzenhofen: 65 Mitglieder informierten sich bei der Jahreshauptversammlung über aktuelle Entwicklungen des vergangenen Vereinsjahrs.
Kommandant Thomas Janetschek berichtete von 15 Übungen, die pro Gruppe für die derzeit 52 aktiven Feuerwehrleute abgehalten worden waren. Weiter legten drei Aktive die Prüfung zum Truppführer und Sprechfunker ab. Mit 15 Alarmierungseinsätzen lag der Arbeitsaufwand etwa auf Vorjahresniveau.
Zum Schluss informierte der Kommandant die Versammlung noch, dass im Herbst der Bodenbelag in der Fahrzeughalle saniert wurde, die Feuerwehr erledigte selbst die hierfür erforderlichen aufwendigen Ausbesserungs- und Reinigungsarbeiten.
Vorsitzender Stefan Langer ging in seinem Rechenschaftsbericht auf die zahlreichen - auch geselligen - Veranstaltungen der Wehr ein. Insgesamt 178 Mitglieder hat der Batzenhofer Verein, so Langer weiter.
Poloshirt als kleines Willkommensgeschenk
Als kleines Willkommensgeschenk übergab der Vorsitzende an die neuen Jugendgruppenmitglieder Maximilian Janetschek und Tim Sablotzki das offizielle Poloshirt der Feuerwehr. Am Ende des Abends ließ man mit einer digitalen Fotoschau das Vereinsjahr Revue passieren.
Ehrungen50 Jahre Mitgliedschaft Ehrenkommandant Rudolf Dirr
25 Jahre Georg Schaller, jürgen Moser
Abschied aus dem aktiven Dienst zum 60. Geburtstag August Kraus



Augsburger Allgemeine 27.03.2010
Mehr Geld für die Feuerwehr
Die Förderung für Gerätheäuser steigt
Die schwäbischen Kreisbrandräte und Kreisbrandinspektoren erfuhren es gestern bei ihrer Frühjahrsdienstversammlung aus erster Hand: Der Freistaat wird seine Förderung für die Neubauten von Feuerwehrgerätheäusern erheblich aufstocken. Die Sätze pro Stellplatz werden zwischen 20 und 50 Prozent angehoben. Zudem wird die Förderung von großen Freiwilligen Feuerwehren und Berufsfeuerwehren angeglichen. "Wir wollen hier ein Gefälle zwischen Stadt und Land vermeiden", erläuterte Ministerialrat Horst-Eberhard Dolle vom bayerischen Innenministerium.
Finanzministerium muss noch zustimmen
Er berichtete gestern bei der Tagung in Königsbrunn (Landkreis Augsburg) vom Ergebnis eines Gesprächs zwischen hochrangigen Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, des Landesfeuerwehrverbands und der Arbeitsgemeinschaft der Berufsfeuerwehren in Bayern. Die Einigung muss allerdings noch die Zustimmung des Finanzministeriums erhalten: Doch Dolle hält sie so weit für spruchreif, dass er sie gestern den Feuerwehrführungskräften erläuterte.
  Demnach gab es bisher bei kleinen Gerätheäusern 40.000 Euro pro Stellplatz. Hier soll die Förderung um knapp 20 Prozent angehoben werden. Bei größeren Objekten steigen die Fördersätze um bis zu 50 Prozent. Damit werden höhere Aufwendungen für Nebenräume bei großen Wehren berücksichtigt. Berufsfeuerwehren erhalten zudem eine Pauschale für Nebenräume.
Geld kommt aus der Steuer auf Brandschutzversicherungen
Finanziert wird diese Förderung aus der Feuerschutzsteuer, mit der der Freistaat die Brandschutzversicherungen seiner Bürger und Firmen besteuert. Weil diese Steuer direkt von den Versicherungsunternehmen an den Fiskus abgeführt wird, spüren die Bürger erst mal nichts davon.



Augsburger Allgemeine 27.04.2010
Feuerwehren finden immer weniger Nachwuchs
Budgetbericht Zusammenarbeit der fünf Gersthofer Stützpunkte läuft gut
  Die Zusammenarbeit der fünf Freiwilligen Feuerwehren aus Gersthofen verlief im Jahr 2009 hervorragend, berichtete Herbert Ranz von der Stadtverwaltung dem Hauptausschuss. Spätestens bis zur Fachmesse Interschutz im Juni soll das derzeit laufende Gefährdungs- und Fahrzeugbestandsgutachten fertig sein. Mit diesem will die Stadt herausfinden, wo bei den Feuerwehren im Stadtgebiet welche Ausrüstung noch angeschafft werden muss. "Das Ergebnis des Gutachtens wird unter anderem auch die Entwicklung unserer Heimatstadt berücksichtigen und das Zukunftsbild der Feuerwehr Gersthofen prägen. Wenn es rechtzeitig fertig wird, soll bei der Fachmesse schon einmal das Angebot getestet werden."
  Auf 284 Männer und 14 Frauen summierte sich das Personal in den Wehren. Ranz beklagte, dass sich immer weniger jugendliche Anwärter finden lassen, die sich für die Allgemeinheit einsetzen wollen. "Es handelt sich dabei aber nicht um ein Gersthofer Problem", betonte er. "Die Feuerwehr Gersthofen versucht durch gezielte Informationen, wie Brandschutzaufklärungen, die bereits in den Kindergärten beginnen und sich über die Grund- und Hauptschule fortsetzen, das Interesse an der Feuerwehr zu wecken."
  Insgesamt wandte die Stadt Gersthofen 299.600 Euro für alle Wehren auf, bei einem Haushaltsansatz von 300.000 Euro.
  Als Ziel für 2010 nannte Ranz die Gewinnung neuen Personals, um die Einsatzbereitschaft aufrechterhalten zu können. Einen humorvollen Aspekt gewann Peter Schönfelder (SPD) dem Bericht ab: "Seit wir über weibliches Personal diskutieren, hat die Zahl der männlichen Feuerwehrler um zehn Prozent zugenommen."
  Einen Zuwachs von rund 100 Teilnehmern pro Jahr verzeichnen die Fahrten für die älteren Semester. Insgesamt nahmen im Jahr 2009 4897 Senioren teil, das sind knapp 1000 mehr als vor zehn Jahren. "Die Stadt schießt nicht zu, die Teilnehmer zahlen ihre Fahrten selber", betonte Ranz.
Höhere Eigenbeteiligung
  Dennoch bestand Bürgermeister Jürgen Schantin darauf, dass das Seniorenprogramm von den derzeit überall beschlossenen Einsparungen nicht ausgenommen wird. "Städtisches Personal übernimmt die Organisation. Da steckt auch Geld dahinter." So könne beispielsweise der Seniorenbeirat den Mitarbeitern der Verwaltung einiges abnehmen und damit Kosten sparen helfen. Zu überlegen sei auch, ob künftig für die Kirchweih an die Senioren Gutscheine mit einem festen Beitrag ausgegeben werden sollen. Wenn dann mehr konsumiert wird, muss der Betreffende selbst den Rest draufzahlen. Insgesamt zahlte die Stadt für die Seniorenarbeit im Jahr 2009 31.600 Euro, das sind 5.600 Euro weniger, als im Haushalt angesetzt waren.



Stadtzeitung 12.01.2011
Neue Feuerwehrkommandanten
WAHL / Sven Lorenz übernimmt die Führung der Batzenhofer Floriansjünger. Als Stellvertreter fungiert Tobias Schneider. Silber-Ehrenzeichen für Holger Graf und Stefan Rößle.
  Die Freiwillige Feuerwehr Batzenhofen hat sich neu formiert. Zum Nachfolger von Kommandant Thomas Janetschek, der auf eine zehnjährige Amtszeit zurückblickte, wurde bei der Jahreshauptversammlung im Pfarrsaal St. Martin Sven Lorenz gewählt. Auch der Stellvertreterposten musste neu besetzt werden. Reimund Zedelmeier stellte sich nach seiner abgelaufenen Amtsperiode ebenfalls nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung. An seine Stelle trat Tobias Schneider. Beide Kommandanten wurden von den aktiven Mitgliedern der Wehr mehrheitlich gewählt.
  Vor den Neuwahlen berichtete Thomas Janetschek über das abgelaufene Jahr. Im Mittelpunkt standen Schulungsmaßnahmen in der Technischen Hilfeleistung und die Truppmann-Ausbildung der Jugendgruppe. Weiter machte er auf die Übungsblöcke der vier Gruppen im Frühjahr und Herbst mit insgesamt 16 Übungen pro Team aufmerksam. Der Wehr gehören derzeit 51 Aktive an, darunter 13 Feuerwehranwärter. Die Alarmierungseinsätze seien unter dem Vorjahresniveau gelegen, erklärte Janetschek.
  Vorsitzender Stefan Langer zeigte sich vor allem vom Einsatz der Jugendlichen angetan. Die Arbeit bei der Feuerwehr sei nicht planbar, jeder Tag bringe etwas Neues, meinte er. Deshalb freue er sich, dass junge Menschen diese Herausforderungen annehmen.
  Langer ging zudem auf die Aktivitäten im Vereinsjahr ein, unter anderem auf den Seniorenausflug zum LEW-Museum nach Langweid und den Besuch des Feuerwehrfestes in Erlingen. Der Verein umfasse momentan 180 Mitglieder.
  Bürgermeister Jürgen Schantin schnitt in seinem Grußwort das Gutachten der Feuerwehren in Gersthofen an. Zu diesem Papier gebe es Ende Januar eine öffentliche Stadtratssitzung. Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister und Ehrenvorstand Josef Schuler dankten der Mannschaft, der Führung und der Vorstandschaft für die ehrenamtlich geleisteten Stunden.
Ehrungen
  Bei den Ehrungen standen zunächst Stefan Rößle und Holger Graf im Fokus der Versammlung. Sie wurden von Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister für ihre 25-jährige aktive Dienstzeit mit dem Bayerischen Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Vereinsintern überreichte Vorsitzender Stefan Langer und sein Stellvertreter Reinhard Lorenz den Geehrten jeweils einen Zinnteller.
  Im Verein konnten ebenfalls fünf Mitglieder auf eine 25 Jahre lange Vereinstreue zurückblicken: Holger Graf, Bernd Hechele, Rainer Holzhauser, Rainer Miller und Stefan Rößle.
  Zwei Verabschiedungen gab es auch. Die langjährigen Fahnenbegleiter Martin Kugelmann und Thomas Rößle gaben ihre Tätigkeit zum Jahresende in jüngere Hände ab. Nach dem offiziellen Ende der Versammlung zeigte eine digitale Fotoschau noch die Höhepunkte des Vereinsjahrs. (spr)



Augsburger Allgemeine 01.02.2011
Werbekampagne soll den Feuerwehren Nach-wuchs bescheren
Tagung Landesfeuerwehrverband fordert mehr Zuschüsse für Fahrzeuge und Geräte. Versicherungsschutz der Jugend verbessert
  Der demografische Wandel macht auch vor der Feuerwehr nicht halt. Das zeigten die Schwerpunkte, die bei der Tagung des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) unter dem Vorsitz von Alfons Weinzierl am Wochenende in Adelsried gesetzt wurden.
  "Ein großes Anliegen ist für uns die Aufnahme von Mannschaftstransportwagen in die staatliche Förderung", sagt Weinzierl. Der Grund: Mit diesen Fahrzeugen ist es möglich, Feuerwehren mit knappem Personal bei großen Einsätzen rasch aufzustocken. Für Kreisbrandrat Alfred Zinsmeister wäre dieser Schritt eine sinnvolle Ergänzung: "Bislang haben kleinere Feuerwehren im Landkreis das Problem, nicht auf genügend Transportfahrzeuge zugreifen zu können." Eine Bezuschussung behebe wohl diesen Mangel.
  Geht es nach den Feuerwehrvertretern, sollen in den kommenden Jahren auch Versorgungslastwägen eine staatliche Unterstützung erhalten. "Die sogenannten Gerätewagen Logistik sind notwendig, um zum Beispiel bei Hochwasser in einem Landkreis rasch Materialunterstützung aus Nachbarlandkreisen zu bekommen", gibt Weinzierl ein Beispiel. Der erste Schritt für diese lückenlose Unterstützung sei in Bayern die Einführung der Hilfeleistungskontingente gewesen. Weinzierl: "Damit weiß jeder Feuerwehreinsatzleiter, was genau kommt, wenn er in einem von den vier Bereichen (Hochwasser, Sturmschäden etc.) etwas anfordert." Doch irgendwie müsse das Gerät eben auch transportiert werden.
Nachwuchssicherung ist die Mammutaufgabe
  Ein großes Anliegen ist dem Vorsitzenden des LFV die Nachwuchssicherung. "Momentan haben wir noch keine Probleme in Bayern", gibt Weinzierl Entwarnung. Generell gebe es aktuell in der Summe keinen Personalmangel, auch wenn zu manchen Tageszeiten sicherlich Engpässe bei einigen Feuerwehren nicht mehr auszuschließen seien.
  Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema "Demografie" ist für ihn deshalb unerlässlich: "Denn die Zuwachszahlen stagnieren momentan." Rund 49000 Mädchen und Buben im Alter von 12 bis 18 Jahren sind zurzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bayern tätig. Bei den 18- bis 63-Jährigen sind es rund 320 000 Menschen.
  Um diesem Trend der Stagnation entgegenzuwirken, plant der LFV eine große Imagekampagne unter dem Motto "Vorsorge betreiben Zukunft sichern". Weinzierl erklärt: "Wir wollen ab September 2011 in einer dreijährigen Aktion Mädels und Buben für die Feuerwehr begeistern." Der Weg gehe dabei über das Kultusministerium, um verstärkt in den Schulen für Nachwuchskräfte zu werben. Darüber hinaus will der LFV älteren Menschen als Quereinsteiger den Zugang zum Dienst an der Allgemeinheit erleichtern. "Warum soll ein 30-Jähriger nicht mehr bei der Feuerwehr einsteigen", fragt Weinzierl.
Versicherungsschutz gilt nun auch bei Freizeitausflügen
  Damit die Jugendlichen noch besser in ihrer Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr abgesichert sind, hat der LFV das Gespräch mit dem Gemeindeunfallversicherungsverband gesucht. Weinzierl: "Mehr als positiv überrascht war ich von der Kooperation der Versicherung." Denn die Versicherung habe einem Rundumschutz für den Nachwuchs zugestimmt. "Nun sind die Kinder bei einem Ausflug mit dem Jugendwart in einen Klettergarten oder bei der Feuerwehr-Olympiade mit allen Zusatzleistungen versichert", so der Vorsitzende. Ebenfalls zur Verbesserung der Sicherheit der Einsatzkräfte soll ein spezielles Fahrertraining für die Maschinisten dienen. "Hier befinden wir uns allerdings noch in der Entwicklungsphase", berichtet Weinzierl. Bis zum Jahreswechsel 2Oll/2012 gehe er allerdings von einem runden Konzept aus.
 Als letzten Punkt auf seiner Wunschliste führt Alfons Weinzierl die Bezuschussung von Wärmebildkameras auf. "Zum einen bringt das eine größere Sicherheit für die Einsatzkräfte, da sie Brandherde schneller erkennen." Zum anderen sei es leichter, Opfer im Rauch aufzuspüren, um sie zu bergen. Im Landkreis Augsburg gibt es bereits seit einigen Jahren eine Reihe von Wärmebildkameras. "Aber auch nur bei den großen Feuerwehren", sagt Zinsmeister. Eine Aufnahme in die offizielle Bezuschussung könne so eine größere Dichte bewirken.



Augsburger Allgemeine 15.02.2011
Die geheimen Absprachen des Feuerwehrauto-Kartells
Justiz Unternehmen trafen sich regelmäßig in der Schweiz, um den Markt zu sortieren. Städte und Gemeinden betrogen
  Im wahrsten Sinne des Wortes brandheißen Preisabsprachen ist das Bundeskartellamt auf die Spur gekommen. Vor einer Woche verhängte die Behörde gegen drei Hersteller von Feuerwehrlöschfahrzeugen Bußgelder in Höhe von 20,5 Millionen Euro.
  Bei den drei Unternehmen handelt es sich den Angaben nach um die Albert Ziegler GmbH & Co. KG aus Giengen an der Brenz (etwa 30 Kilometer nordöstlich von Ulm), die Schlingmann GmbH & Co. KG aus Dissen im Teutoburger Wald, sowie die Rosenbauer-Gruppe mit Standorten in Luckenwalde (Brandenburg) und Leonding in Österreich. Auch ein Schweizer Wirtschaftsprüfer soll an diesem Kartell beteiligt gewesen sein. Gegen einen weiteren Hersteller werde noch ermittelt, heißt es.
  Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, umreißt das Problem in einer Stellungnahme: "Die am Kartell beteiligten Unternehmen haben mindestens seit 2001 verbotene Preis- und Quotenabsprachen praktiziert und den Markt für Feuerwehrlöschfahrzeuge in Deutschland untereinander aufgeteilt. Vielen Kommunen ist dadurch ein großer finanzieller Schaden entstanden."
  Und so funktionierte das Kartell: Die vier Mitglieder gestanden sich den Angaben nach gegenseitig über Jahre hinweg bestimmte Verkaufsanteile, sogenannte "Soll-Quoten", zu. Das ging ganz einfach: Sie meldeten ihre Auftragseingänge an einen in der Schweiz ansässigen Wirtschaftsprüfer. Dieser erstellte daraus Listen, auf deren Basis die Einhaltung der vereinbarten Quoten bei regelmäßigen Kartelltreffen am Züricher Flughafen überprüft wurde. Darüber hinaus haben die Unternehmen Erhöhungen ihrer Angebotspreise abgesprochen.
  Neben der "Zürich-Runde" gab es regelmäßige Zusammenkünfte auf der Ebene der Vertriebsleiter der Unternehmen. Auf diesen Treffen wurden die kommunalen Ausschreibungen von Feuerwehrfahrzeugen untereinander aufgeteilt. Das Verfahren gegen die beteiligten Vertriebsleiter, aber auch gegen die Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzenden, wurde zum Zwecke einer strafrechtlichen Prüfung an die zuständigen Staatsanwaltschaften abgegeben.
  Aufmerksam auf die Absprachen wurde das Bundeskartellamt durch eine anonyme Anzeige. Es führte daraufhin im Zeitraum von Mai 2009 bis Juli 2010 insgesamt vier Durchsuchungsaktionen durch.
  Die umfassende Kooperation der Unternehmen sowie der handelnden Personen während des Verfahrens wurde bei der Bemessung der Bußgelder berücksichtigt, teilt das Kartellamt mit. Die Bußgelder sind allerdings noch nicht rechtskräftig. Gegen die Bescheide könnte noch Einspruch eingelegt werden, über den das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden würde. Allerdings, so heißt es, sei mit den Unternehmen "eine Verständigung über eine einvernehmliche Verfahrensbeendigung erreicht worden".
  Nach Bekanntwerden des Betruges bei der Anschaffung von Feuerwehrautos fordern nun die Kommunen zu viel bezahltes Geld zurück. "Jahrelang sind die Gemeinden von den Fahrzeugherstellern betrogen worden", sagte der Präsident des Bayerischen Gemeindetages, Uwe Brandl (CSU). Steuergelder in Millionenhöhe seien zu viel geflossen. Brandl verlangte vom Bund, die Bußgelder den Gemeinden zur Verfügung zu stellen.
  Dazu Kay Weidner, Sprecher des Kartellamtes: "Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, einen Schaden, der aus einem Kartellverstoß entstanden ist, vor Zivilgerichten geltend zu machen. Die konkrete Höhe des Schadenersatzes muss jedoch erst in den jeweiligen Verfahren geklärt werden."
  Noch unklar ist, ob auch in der Region Städte und Gemeinden betroffen sind. Wie Frank Habermaier, Leitender Branddirektor der Berufsfeuerwehr Augsburg, unserer Zeitung sagte, habe auch seine Wehr zuletzt Fahrzeuge von Rosenbauer und Ziegler bezogen. Weitere, bislang bekannte Kartell-Opfer sind Feuerwehren im Landkreis München, in Passau, Krefeld, Bonn und Bielefeld.



Augsburger Allgemeine 18.02.2011
"Praktisch jede Gemeinde betroffen"
Justiz Fast alle Feuerwehren Bayerns bezogen Fahrzeuge von Kartell-Firmen. Musterklage geplant
  Die Nachricht vom Feuerwehrauto-Kartell verbreitete sich in Windeseile in ganz Deutschland. Kein Wunder: "In praktisch allen Städten und Gemeinden Bayerns sind die Feuerwehren mit Fahrzeugen der betroffenen Hersteller ausgestattet", sagte Wilfried Schober, Sprecher des bayerischen Gemeindetags, am Donnerstag unserer Zeitung. "Das Thema ist in allen Kommunen und Regionen Bayerns derzeit die Nummer eins."
  Schober zufolge geht der entstandene Schaden ersten Schätzungen zufolge allein im Freistaat in zweistellige Millionenhöhe. "Wenn man das dann auf ganz Deutschland hochrechnet, wird einem direkt schwummrig im Kopf, sagte er.
  Die Empörung ist allerorten groß. Gerhard Martin, Bürgermeister der Stadt Rain: "Wenn man das hört, ist man enttäuscht und auch entsetzt. Schließlich sind wir davon ausgegangen, dass es seriös zugeht." Noch klarer drückt sich Anton Ferber, Rathauschef in Monheim, aus. "Im ersten Moment denkt man sich: Mensch Meier, ich fühle mich schon veräppelt." Wemdings Bürgermeister Martin Drexler, ebenfalls aus dem Landkreis Donau-Ries, ärgert sich: "Man hat sich schon oft gedacht, sobald die Autos rot angestrichen sind, sind sie gleich teurer."
  Das Bundeskartellamt hatte vergangene Woche gegen drei Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen Bußgelder in Höhe von 20,5 Millionen Euro verhängt. Neben der Albert Ziegler GmbH & Co. KG aus Giengen an der Brenz waren das die Schlingmann GmbH & Co. KG aus Dissen im Teutoburger Wald und die Rosenbauer-Gruppe mit Standorten in Luckenwalde (Brandenburg) und Leonding in Osterreich. Jetzt ist auch ein viertes, bislang unbekanntes Mitglied des Kartells bekannt. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um Iveco Magirus in Ulm. All diese Firmen decken offenbar 90 Prozent des bayerischen Marktes ab.
  In vielen Kommunen herrscht nach dem ersten Schock noch Unklarheit darüber, wie man mit dem Fall umgehen soll. Landsbergs Oberbürgermeister Ingo Lehmann: "Wir stehen in enger Verbindung mit dem Städtetag, wie es jetzt weitergeht. Einen Ersatzanspruch geltend zu machen, wird schwierig. Man muss beweisen, dass die Fahrzeuge ohne die Absprache der Hersteller billiger gewesen wären." Gemeindetagssprecher Schober warnt die Betroffenen davor, eigene Prozesse gegen die Hersteller anzustrengen. "Das kostet nur viel Geld und bringt wohl gar nichts." Stattdessen strebt der bayerische Gemeindetag mit Unterstützung des Innenministeriums und des Deutschen Städte- und Gemeindetags eine Musterklage an.
  Schober zufolge sind die Chancen für die Kommunen, den entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen, nicht so schlecht, wie viele glauben. Gesetzlich gebe es die Möglichkeit, dass man auch erfolgreich klagen kann, wenn man die Schadenshöhe, wie in diesen Fällen, nicht beziffern könne, so Schober. Das Gericht werde dann den Betrag schätzen.
  Übrigens: Kommunen, die die Anschaffung neuer Feuerwehr-Fahrzeuge bei den betroffenen Herstellern planen, rät Schober davon ab, dies zu tun. "Auch die laufenden Ausschreibungen müssen gestoppt werden", sagt er. Erst müssten die Kartellfälle letztgültig geklärt sein.



Gersthofer Stadtzeitung 21.12.2011
Zu vielen Einsätzen ausgerückt
BILANZ / Sturm, Regen und eine Explosion haben heuer zu zahlreichen Alarmierungen der Batzenhofer Feuerwehr geführt. Stefan Langer bleibt Vorsitzender.
  Die Einsätze seien im Gegensatz zu den Vorjahren überdurchschnittlich hoch gewesen, machte Kommandant Sven Lorenz bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Batzenhofen im Pfarrsaal St. Martin aufmerksam. Er sprach von 34 Alarmierungen. Besonders hob er den Unwettereinsatz im letzten September und die Explosion bei der Feuerwerksfabrik Sauer im Oktober hervor, bei der ein Pyrotechniker ums Leben kam und ein Sachschaden im sechsstelligen Bereich entstand. Alle Einsätze seien von der Wehr "tadellos abgearbeitet" worden, resümierte Lorenz. Auch Vorsitzender Stefan Langer berichtete über positive Entwicklungen während seiner Amtszeit.
  "Amtszeit" war dann auch das Stichwort für die anstehenden Neuwahlen der Vorstandschaft. Hier sprach die Versammlung Stefan Langer erneut ihr Vertrauen aus. Mit über 90 Prozent der Stimmen wurde er für weitere fünf Jahre als Vorsitzender bestätigt. Als Stellvertreter steht ihm Raimund Zedelmeier zur Seite.
  Als Kassier fungiert weiterhin Wolfgang Heim. Mit Inge Sitte wurde als Schriftführerin erstmals seit vielen Jahren wieder eine Frau in die Vorstandschaft gewählt. Vertrauensmänner beziehungsweise Beisitzer sind Martin Kugelmann und Georg Schneider. Das Amt der Kassenprüfer haben Peter Krieger und Achim Heichele inne. Abgestimmt wurde auch über die neue Vereinssatzung. Sie wurde von der Versammlung ohne Gegenstimme beschlossen.
Ehrungen
  Für 25 Jahre Vereinsmitgliedschaft wurden Horst Eckel und Thomas Wittlinger geehrt. Auf gar 50 Jahre Treue zum Verein kam Ehrenkommandant Peter Liepert.
  Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Wagner ging in seinem Grußwort unter anderem auf den Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Gersthofen ein. Hier verwies er vor allem auf die anstehende Beschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeuges für die Batzenhofer Wehr.
  Ehrenvorstand Josef Schuler, Pfarrer Pater Siegfried Hutt und Vereinsvorstände-Chef Albert Heckl dankten Vorstandschaft und Wehr für die geleistete Arbeit und das bisher erfolgreich an den Tag gelegte Know-how, Menschen für das Ehrenamt bei der örtlichen Feuerwehr zu begeistern.
  Der Verein verfügt momentan über 183 Mitglieder. Den Gruppen gehören 51 aktive Feuerwehrleute an.



Augsburger Allgemeine 04.10.2012
Der Stolz der Feuerwehr
Tag der offenen Tür In Batzenhofen wurde das neue Mehrzweckfahrzeug eingeweiht
  Mit einem Tag der offenen Tür und umfangreichem Informations- und Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie feierte die Freiwillige Feuerwehr Batzenhofen am Sonntag den Empfang ihres neuen Mehrzweckfahrzeuges.
  Blumengeschmückt erhielt der rund 70000 Euro teure VW Crafter zuerst den kirchlichen Segen durch Pater Siegfried Hutt, danach konnten sich die Besucher die modernste Ausstattung des Mannschafts- und Gerätetransporters ansehen.
  Bürgermeister Jürgen Schantin betonte in seinem Grußwort die zentrale Rolle der freiwilligen Feuerwehren im Sicherheitskonzept, aber auch im sozialen Gefüge einer Kommune. Zuverlässigkeit, Disziplin, Mut und die Bereitschaft einen Teil der Freizeit für den Dienst an der Allgemeinheit zu opfern, sei nicht hoch genug einzuschätzen und werde von der Stadt auch gewürdigt.
  Zur Unterstützung der freiwilligen Feuerwehren seien im Haushalt 2012 allein 280 000 Euro für die Anschaffung neuer Fahrzeuge eingestellt worden.
  Der im neuen einheitlichen Erscheinungsbild der Stadt beklebte Transporter bietet genug Platz für acht Feuerwehrleute, die dank Hochdach darin auch stehend arbeiten können. Das Vorgängerfahrzeug aus dem Jahr 1988 war nicht mehr für den Einsatz geeignet gewesen.
Mit praktischen Vorführungen demonstrierten die Feuerwehrleute am Nachmittag den Ernstfall. Die Jugendfeuerwehr zeigte ihr Können bei einem Löschangriff, die Aktiven führten vor, welche technischen Hilfsmittel bei Rettung aus einem Auto nötig sind.
Wie wichtig der Selbstschutz durch Rauchmelder auch in jedem Privathaushalt ist, konnten die Besucher bei einem Ausflug in den "Rauchcontainer" erleben.
VWer den Nachmittag gemütlicher angehen wollte, konnte sich in der Fahrzeugschau die Entwicklung von der Löschmaschine aus dem Jahr 1903 über die alte Holzleiter bis zum heutigen Stand der Feuerwehrtechnik ansehen.
 
Weitere Informationen und über 40 Fotos siehe www.MyHeimat.de/Gersthofen



StadtZeitung 17.10.2012
Investition in die Sicherheit
FAHRZEUGWEIHE / Die Freiwillige Feuerwehr Batzenhofen nimmt feierlich einen neuen Mannschafts- und Gerätetransporter in Betrieb. Danach zeigen die Floriansjünger ihr Können.
  Die Inbetriebnahme von neuen Fahrzeugen gehört für die Freiwillige Feuerwehr Batzenhofen nicht zum Alltag. Über zehn Jahre läge bereits der Empfang des Einsatzwagens Lf8 und mehr als zwei Jahrzehnte eines Mehrzweckfahrzeugs zurück, meinte Vorsitzender Stefan Langer. Umso mehr freue er sich über die jetzige Fahrzeugweihe des VW Crafter 150 Spee Turbo. Die Übergabe des Mannschafts- und Gerätetransporters wurde von den Brandschützern im Rahmen eines Tags der offenen Tür gefeiert. Den kirchlichen Segen für Fahrzeug und Floriansjünger erteilte Pater Siegfried Hutt.
  Bürgermeister Jürgen Schantin hob in seinem Grußwort die Bedeutung der freiwilligen Feuerwehren hervor. Für die Stadt Gersthofen würden sie sowohl im Sicherheitskonzept als auch im sozialen Gefüge eine wichtige Rolle spielen. Die Brandschützer stünden für Verantwortung und Zivilcourage.
  Kommandant Sven Lorenz bedankte sich bei der Kommune für die Fahrzeugbeschaffung. Zudem stellte er den Transporter kurz vor. Dabei erwähnte er vor allem das integrierte Rollcontainersystem mit Laderampen. Das Auto habe Platz für acht Feuerwehrleute, die durch das Hochdach darin auch stehend arbeiten können.
  Ebenso erfreut über das "tolle Fahrzeug" zeigte sich Kreisbrandinspektor Rainer Kuchenbauer. Er dankte allen Aktiven für ihren täglichen Einsatz, um die Sicherheit der Bürger zu garantieren.
Rauchcontainer
  Nach der Fahrzeugweihe demonstrierten die Feuerwehrleute mit einer Reihe von Übungen den Ernstfall. Dabei zeigten sie auch technische Hilfeleistungen nach Unfällen im Straßenverkehr. Die Brandbekämpfung macht heute nämlich nur noch etwa ein Fünftel der Feuerwehrtätigkeit aus.
  Die Jugendfeuerwehr untermauerte ihre erworbene Kompetenz bei einem Löschangriff. Eine Simulation im Rauchcontainer verdeutlichte die Heimtücke von Brandrauch, der Fluchtwege vernebelt und in kürzester Zeitbetäubt, und so ein Plädoyer für Rauchmelder in privaten Haushalten darstellte.
  Die Fahrzeugschau vermittelte die fortschreitende Entwicklung bei der Feuerwehrtechnik. Zu sehen war unter anderem auch eine Löschmaschine aus dem Jahr 1903. Darüber hinaus stellte sich der Feuerwehrverein und die aktive Mannschaft mit Infowänden den Besuchern vor, nicht zuletzt um für neue Mitglieder und Aktive zu werben. Beim Kinderprogramm konnten die kleinen Gäste mit verschiedenen Wettbewerben ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Besondere Leistungen wurden mit kleinen Sachpreisen belohnt.



Gersthofer Stadtzeitung 26.12.2012
Viele Brandeinsätze
BILANZ / Die Freiwillige Feuerwehr Batzenhofen blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Alle an ihr gestellten Aufgaben konnten wieder erfolgreich bewältigt werden.
  Die örtliche Freiwillige Feuerwehr hatte gegenüber 2011 weniger Alarmierungen zu verzeichnen. Auffallend waren allerdings die heuer überdurchschnittlich viele Brandeinsätze. Dieses Fazit zog Kommandant Sven Lorenz bei der Jahreshauptversammlung im Pfarrsaal von St. Martin.
  Dabei verwies Lorenz auf einen Wohnhausbrand in Holzhausen und im Ortsbereich. Bei Letzterem stellten die eisigen Temperaturen die Floriansjünger vor erhebliche Probleme. Doch alle Einsätze seien tadellos abgearbeitet worden, freute sich der Kommandant. Derzeit könne er auf 56 aktive Feuerwehrleute zurückgreifen.
  Vorsitzender Stefan Langer ließ das Vereinsjahr, das von vielen Veranstaltungen und Aktivitäten geprägt war, Revue passieren. Unter anderem erwähnte er die Maibaumfeier, den Kameradschaftsabend und die Teilnahme an den Feierlichkeiten in Hirblingen.
Langer erinnerte auch an das Treffen mit dem Hochbauplaner der Stadt Gersthofen, bei dem Lösungsvorschläge für den Umbau der Batzenhofer Mehrzweckhalle unterbreitet wurden. Seiner Meinung nach können das Thema nur mit einem Hallenanbau gelöst werden, meinte der Vorsitzende.
Ehrungen für 25 Jahre Vereinstreue
  Zufrieden zeigte sich Langer über die Nachwuchsentwicklung. Die Jugendgruppe verfüge momentan über acht Mitglieder. "Dem Verein selbst gehören 186 Personen an." Ehrungen standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Der Verein bedankte sich für 25-jährige Treue bei Achim Heichele und Manfred Hainke und zeichnete die Mitglieder mit einen Weinpräsent aus. Achim Heichele erhielt darüber hinaus für 25 Jahre aktiven Dienst die Anerkennung von Kreisbrandinspektor Rainer Kuchenbauer.
Zuschuss gewährt
  Bürgermeister Jürgen Schantin hob die große Bedeutung der Wehr für Gersthofen hervor. Dabei erwähnte er die mit rund 850 000 Euro zu Buche schlagenden anstehenden Fahrzeugbeschaffungen in der Stadt und das erst kürzlich in Dienst gestellte Mehrzweckfahrzeuge für die Batzenhofer Brandschützer.
  Als Weihnachtsgeschenk wertete die Versammlung die Nachricht des Rathauschefs, dass die Stadt die bei der Fahrzeugweihe und den damit verbundenen Tag der offenen Tür entstandenen Kosten von rund 1900 Euro übernehme. Bei der anschließenden Aussprache erkundigte sich Ehrenkommandant Robert Sailer nach der Übernahme von Arztauslagen, die bei der Verlängerung des Führerscheins zum Führen der Feuerwehrfahrzeuge anfallen. Die Auslagen würden einmal ganz, dann wieder nur zu einem Teil erstattet, äußerte er sein Unverständnis. Nachdem Sachgebietsleiter Herbert Renz erläuterte, dass die Stadt in diesen Fällen nur noch 50 Euro als Übernahmebetrag vorsehen, entstand unter den Mitgliedern eine heftige Debatte. Bürgermeister Jürgen Schantin schlug deshalb vor, das Thema bei der nächsten Dienstversammlung der örtlichen Kommandanten nochmals neu zu diskutieren.



Augsburger Allgemeine 22.01.2014
Unwetter bringen deutlich mehr Arbeit
Bilanz Batzenhofer Feuerwehr gewinnt weitere aktive Mitglieder
  Im Zeichen des Wechsels stand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Batzenhofen: Zum einen wurde Patrick Arnold ohne Gegenstimmen in das Amt des Schriftführers gewählt. Nach einer Laudatio durch den Kommandanten Sven Lorenz wurde Franz Köhler in den "Passiven Feuerwehrdienst" verabschiedet. Die beiden langjährigen Feuerwehrpfleger Stadtrat Erwin Fath und Stadtrat Josef Schuler, die demnächst aus ihren Aufgaben ausscheiden, erhielten Dank und Anerkennung vom Vorsitzenden Stefan Langer für Ihre Unterstützung der Wehr.
  Kommandant Sven Lorenz berichtete über das abgelaufene Jahr, in dem die aktive Wehr insgesamt 18 Übungsabende mit den Schwerpunkten Atemschutz und technische Hilfeleistung absolvierte. Der Kommandant betonte, dass er aktuell auf 56 aktive Feuerwehrkameraden zurückgreifen kann. Durch den Zugang von zwei Feuerwehranwärtern und zwei aktiven Quereinsteigern erhöhte sich der Personalstand auf 56 Mann.
  Im Vergleich zum Vorjahr mit 15 Einsätzen hatte man dieses Jahr insgesamt 39 Einsätze. Grund hierfür waren die schweren Unwetter Mitte des Jahres. Besonders nennenswert war der Unterstützungseinsatz beim Hochwasser in Deggendorf am 4. Juni, bei dem die Freiwillige Feuerwehr Batzenhofen mit fünf Kameraden über knapp 24 Stunden, mit An- und Abfahrt, im Einsatz war.
Wie jedes Jahr übernahm die Feuerwehr die Brandschutzunterweisung für die Vorschulkinder am Kindergarten St. Martin. Auch am Gerätehaus gab es Veränderungen; hier wurde ein neuer Kompressor sowie die kompletten Druckluftleitungen erneuert und erweitert. Für die Fahrzeuge wurde ein neues Ladegerät installiert sowie eine Abgasabsauganlage für alle Fahrzeugboxen, und für das Mehrzweckfahrzeug wurde als Zusatzausrüstung ein Türöffnungssatz (Zivix) beschafft.
  Der Vorsitzende Stefan Langer gab an, dass der Verein derzeit 185 Mitglieder hat. Die erneute Steigerung der Mitgliederzahlen im Vergleich zum Vorjahr spreche ebenso für eine erfolgreiche Vereinsführung wie der hohe Mitgliederanteil an Jugendlichen, so Stefan Langer.
Enttäuschung über die Stadt Gersthofen
  Weiter berichtete der Vorsitzende sehr zufrieden über das abgelaufene Jahr. So darf die Wehr seit Dezember 2012 als eingetragener Verein auftreten. Langer zeigte sich enttäuscht, dass es der Stadt Gersthofen seit dem letzten Treffen im November 2012 nicht gelungen sei, die vereinbarten Umbauvorschläge bei der Mehrzweckhalle Batzenhofen für den Stadtrat aufzuarbeiten.
Er erinnerte dabei an ein Treffen im November 2013 bei der Stadt Gersthofen wo dieses Thema nochmals akut von der Führungsmannschaft angesprochen worden sei und betonte, dass er nicht aufgeben wolle. Allerdings sei es gelungen, fast alle Fraktionen im Stadtrat von der Notwendigkeit zu überzeugen.
♦ Ehrungen Franz Köhler wurde aus dem "aktiven" Feuerwehrdienst verabschiedet. Der Kommandant ließ die Feuerwehrlaufbahn Köhlers Revue passieren und überreichte ihm ein Bildpräsent.
  Ehrenvorsitzender Josef Schuler fand es gut, dass die Security beim Faschingsball der Feuerwehr unter 18-jährige Besucher mit einem Armband kennzeichnete.



Augsburger Allgemeine 19.12.2014
70 Jahre bei der Feuerwehr
Ehrung Batzenhofer Ehrenvorsitzender Josef Schule wird ausgezeichnet
  70 Jahre Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Batzenhofen - auf dieses Jubiläum kann der neue Gersthofer Ehrenbürger Josef Schuler zurückblicken. Bei der Jahreshauptversammlung der Batzenhofer Wehr wurde er vom Vorsitzenden Stefan Langer geehrt.
  Mit 65 Anwesenden war die Versammlung gut besucht. Kommandant Sven Lorenz berichtete von zwei Übungsblöcken und ging auf Ausbildungsstunden zum Atemschutzgeräteträger ein, die alle betreffenden Wehrleute mit großem Erfolg ablegten. Rund 30 Alarmierungseinsätze wurden gezählt - etwas weniger als im Vorjahr. Besonders erwähnte Lorenz einen Einsatz im Juni in Holzhausen, bei welchem ein Kind unter einen Eisenträger geraten war und aufgrund des schnellen Einsatzes der beteiligten Wehrleute lebend und ohne schwerere Verletzungen gerettet werden konnte. "Dieser Einsatz ging an die Substanz", betonte Lorenz.
  Vorsitzender Stefan Langer zeigte sich besonders erfreut über den Zugang von Michael Kugelmann, Andreas Kugelmann, Kilian Schöffel und Sebastian Schaflitzel jun. als neue aktive Jugendgruppenmitglieder. Als Willkommensgeschenk übergab er ihnen das Poloshirt der Feuerwehr Batzenhofen. Man solle immer daran denken, dass der Einsatz bei der Wehr direkt der Dorfgemeinschaft zu Gute kommt. Stefan Langer ehrte für 25-jährige Mitgliedschaft Herbert Feirtag, Georg Schneider und Alexander Gabriel und in Abwesenheit Kurt Langer, Martin Rößle, Hermann Schmid und Siegfried Staudenmeier. Ehrenvorsitzender Josef Schuler wurde für 70-jährige Mitgliedschaft seit dem 7. Januar 1944 vom Vorsitzenden geehrt. In seiner Laudatio betonte Langer, dass er stolz sei, einen Ehrenvorsitzenden an seiner Seite zu haben, der zugleich Ehrenbürger der Stadt Gersthofen sei. Langer erwähnte vor allem Schulers 25 Jahre als Vorsitzender und seine 40-jährige aktive Dienstzeit. Der Geehrte erhielt eine Urkunde und einen Heiligen Florian.
  Edwin Hornung und Walter Liepert wurden für 40 Jahre aktiven Dienst vom Kreisbrandmeister Wolfgang Baumeister geehrt. Die Geehrten erhielten das Feuerwehr-Ehrenzeichen vom Kreisbrandmeister und Bürgermeister Michael Wörle überreicht. Von der Wehr bekamen die Geehrten einen Erinnerungsteller.
  Bürgermeister Michael Wörle erwähnte die Neubeschaffung eines Gerätewagens, die für die Feuerwehr Batzenhofen geplant sei. Weiter versprach er, dass die Renovierungsmaßnahmen der Mehrzweckhalle spätestens 2016 aktiv von Seiten der Stadt angegangen werden sollen.



weitere Berichte siehe Zeitungsberichte ab 2015



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